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SuperschlankerfeuchterTraum
Herbstlicher Schleier? Ja. Aber ist der nicht überaus reizvoll? Alles wahrhaft Schöne ist melancholisch.


Diese Rezension - wenn sie in musikalischer Hinsicht überhaupt eine ist - beweist nur die Inkompetenz des Schreibers, musikalische Sachverhalte zu beschreiben und zu bewerten. Zu seinem Gunsten sollte man aber nachsichtig berücksichtigen, dass er offenkundig ziemlich musiktaube Ohren hat, wenn er insgesamt zu einer derartig blamablen Fehlbeurteilung kommt. Ich kenne sehr viele Aufnahmen dieser Werke, von denen keine mich mehr überzeugt, als diese, den Intentionen der Komponisten sehr nahe kommenden Darstellungen der Hélène Grimaud.


Es wäre schön, wenn der Rezensent die akteulle Einspielung außer mit der Christie Aufnahme auch mit der frühen von Christophe Rousset verglichen hätte. Der hat die Pièces de clavecin von 1746 bereits 1991 auf einem Cembalo von Henri Hermsch von 1751 eingespielt. Die CD ist 1993 bei L'Oiseau Lyre (Vertrieb DECCA 436 127-2) erschienen und wurde seinerzeit zumindest in Frankreich hochgelobt und mit einem Diapason d'Or ausgezeichnet. Die ausgezeichnete erste Einspielung von Rousset vermittelt nicht den Eindruck, dass man die Stücke besser einspielen könnte. Daher bleibt der Grund für die neue Einspielung rätselhaft.


Das eigentlich Interessante an Royer sind die Kontraste innerhalb der Stücke, besonders Le Vertigo und Marche des Scythes, die auf den empfindsamen Stil von CPE Bach vorausweisen. Dies ist im Vorwort der Erstausgabe sehr schön dargestellt. In diesem Sinne ist die Klangsprache alles andere als konfektioniert...


Wertung (2 von 5) und Rezension kommen nicht zur Deckung.


Wenn man so eine Rezension liest, verstummt alles Bemühen, eine weitere zu schreiben.


Eine fantastische Kritik, nicht nur hat der Autor meines erachtens nach absolut recht-Nils Mönkemeyers CD ist absolut euphorisierend und wunder-wunderschön-die Rezension ist auch super geschrieben!!!


Diese CD ist der absolute Oberknaller, anders kann ich es nicht sagen, Nils Mönkemeyers Schubert ist die Parade-Einspielung der Arpeggione Sonate schlechthin und jedes der Lieder ist auf seine Art und Weise ein kleiner hinreissender Mikrokosmos... Schön auch, dass es noch zu begeisternde Kritiker gibt!


Vielleicht droht \"die Stimmung des sensiblen Hörers\" ja tatsächlich zu kippen. Zumal bei einem ideologisch vorbelasteten Werk wie den \"Meistersingern\". Die Stimmung des interessierten Lesers leidet allerdings mindestens ebenso sehr unter der mangelnden Substanz, welche die Kritiken von Herrn Wersin leider oft auszeichnet. Denn über die eigentlich zu besprechende Aufnahme erfährt man hier, im Gegensatz zur Biographie der Mitwirkenden, nur wenig Tiefgründiges.


Muss ich mir diese Aufnahme nun mit anderen Ohren anhören, da ich nun weiss, dass Karl Ridderbusch ein Verehrer von Nazi-Grössen war ? Übrigens sang dieser den Sachs einige Jahre später auf dem grünen Hügel. Ansonsten gibt die Rezension durchaus Aufschluss über die gebotenen Sängerleistungen, zumindest nicht weniger als in den heutzutage allerorts zu findenden Rezensionen. Allerdings von einer Sensation zu reden ist weit übertrieben. Eine Sensation wäre gewesen, hätte sich ein Mitschnitt der Generalprobe gefunden, in der der Sachs noch durch Walter Berry verkörpert wurde.


Sehr geehrter Herr Rezensent, mit Verlaub ich habe selten so einen Unfug gelesen als wie Sie Ihn in dieser Kritik geschrieben haben. Ich hatte sogar das Gefühl, dass Sie diese CD gar nicht gehört oder diese eben nur oberflächlich wahrgenommen haben. Ein nach Ihrer Meinung sinnfreies Coverbild (was es durchaus nicht ist) gleich auf die Aufnahme zu übertragen ist schon etwas simpel. Doch wenn man Anna Netrebko und Elina Garanca genau zuhört, merkt man schnell, dass sie Gefühle und Stimmungen dieser Oper einwandfrei zur Geltung bringen. Und dies bescheinigen dieser Aufnahme einige nationale wie internationale Kritiken. Es ist aber heute einfacher als Kritiker aufzufallen der negativ über beide schreibt als positiv. Tja, wenn man sonst nichts kann. Wie heist es so schön: \"Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter.\"


Sehr geehrter Herr Frauenholzer, anscheinend kennen Sie dieses Werk so schlecht, daß es Ihnen die Tatsache entgeht, daß hier Belcanto auf höchstem Niveau betrieben wird. Ich war bei den Muti-Vorstellungen damals dabei, und was der \"typisch indifferente\" (was ein Vorurteil von ihnen signalisiert - das ist schlechetr Journalismus) Luisi hier mit den vorzüglichen Sängerinnen alles zaubert, ist geradezu sensationell. Und zum ersten Mal spielt ein Orchester Bellini ohne Schlamperei und mit Überzeugung. Das ist ja nicht indifferent. Offensichtlich beherrschen Sie auch die italienische Sprache gar nicht, um zu erkennen, welche Ziselierarbeit in den Rezitativen geleistet worden ist, und Bellini-Rezitative gehören zum schwersten, was es gibt. Das ist nicht nur Garanca, sondern des Dirigenten Verdienst. Leider disqualifizieren Sie sich mit einer solchen Kritik selbst. Gottseidank sehe ich in der internationalen Kritik doch Kollegen von Ihnen, die den wahren Wert dieser Aufnahme erkannt haben. Sie gingen aber ohne Vorurteile ans Werk.


Sehr geehrter Herr Königsdorf, kleine Anmerkung zu Ihrer Kritik der Oper \"Tristan und Isolde\" (Anhaltisches Theater Dessau): Jordanka Derilova ist keine Polin, sondern Bulgarin, Absolventin der Staatlichen Hochschule für Musik in Sofia. Mit freundlichen Grüßen Dr. Ivan Tzitzelkov


Nicht Scherbakow sondern das Label NAXOS hat sich vorgenommen, alle Scarlatti-Sonaten (auf modernem Flügel interpretiert) zu veröffentlichen (mit unterschiedlichsten Interpreten). Echte Marktlücke!


eher eine umfassend kompatible lobpreisung des scheidenden brendel als eine rezension, die dem sonaten-schaffen haydns und brendels unter- schiedlicher interpretationsleistung gerecht würde - jedoch, besser diese kompilation haydn- brendel als weniger profilierte.


Die transparenten Aussagen des Rezensenten in Ehren; aber ein bisschen mehr Kontrast beim Tempo und ein bisschen mehr forte, dort, wo Händel einmal wuchtiger wird, hätte es schon sein sollen. Dann wäre es immer noch eine eher meditative Interpretation geworden. Wessen Ohren nicht auf einen durchgehend zarten Anschlag geeicht sind, dem sei anstatt Koroliovs Interpretation die Gesamtaufnahme der Suiten von Ragna Schirmer empfohlen.


Gegen die Werbung für Angela Hewitt wäre im Prinzip nichts einzuwenden, wenn sie Händel denn bisher aufgenommen hätte. Eine Recherche bei Amazon und ein Blick auf ihre Diskographie besagen das Gegenteil. Und wenn Ragna Schirmers Interpretation der Händel-Suiten mithin von kämmerlingshafter Betulichkeit zeugen soll, dann ist Evgeni Koroliovs Ansatz auf jeden Fall ein tongewordenes Barbiturat. Das Problem: Aufnahmen der Händel-Keyboard-Suiten auf dem modernen Konzertflügel kann man an einer Hand abzählen, wenn ich mich nicht täusche, sogar an drei Fingern. Auch die Einspielungen von Richter/Gavrilov, aufgenommen in den 60ern und 70ern (EMI Doppel-CD), sind unterm Strich nicht gerade temperamentvoll. Abgesehen davon haben sich hier die zuständigen Toningineure (oder später: Remasterer) nicht mit Ruhm bekleckert. Cembalo-Einspielungen der Suiten aus jüngerer Zeit gibt es hingegen einige, zumal sehr verschiedene. Das wäre Anlass für eine Sammelrezension. Der Rezensent könnte wahrscheinlich eine existierende Aufnahme als Favoriten benennen.


Kaum zu glauben, dass sich Zuhörer zu irgendeiner Zeit, ganz zu schweigen von der heutigen, von diesem sado-masochistischen Blut-, Schleim- und Geifergespritze mal erhoben oder erbaut gefühlt haben sollen. Schon klar, dass ein historisches Dokument nicht an den Maßstäben eines anderen Zeitalters gemessen werden sollte – aber wem will es gelingen, sich von dieser pietistischen Unterwürfigkeitsübung und diesem theologisch dürftig bemäntelten Voyeurismus begeistern zu lassen? Wie kommentiert die „gläubige Seele“ die Geißelung „des zarten Rücken mit nägelvollen Stricken“? Auf diese Art: „Denn aus den Ritzen seiner Wunden, weil er die Glut im Busen trägt, seh ich, sooft man auf ihn schlägt, sooft mit Strick und Stahl die Schergen auf ihn dringen, aus jedem Tropfen Blut der Liebe Funken springen“. Jippie! Nächste Arie: „Schau, wie die Mörder ihm seinen Rücken pflügen. Wie tief, wie grausam tief sie ihre Furchen ziehn, die er mit seinem Blut begießet, woraus der toten Welt des Lebens Ernte sprießet.“ Was stößt mehr ab? Die sadistische Freude, mit der jeder Peitschenhieb anschaulich zelebriert wird, oder die halbmasochistischen Erlöserwonnen, von denen Jesus mutmaßlich erschauert? „Es scheint, da den zerkerbten Rücken des Kreuzes Last […] zu Boden drücken, er danke mit gebeugten Knien, dem großen Vater, dass er ihm das lang ersehnte Kreuz verlieh’n.“ Tochter Zion schaut’s und rätselt hin- und hergerissen zwischen Gafflust und ekstatischer Heilsgewissheit: „dein schmerzlich Leiden schreckt die Seel’ und bringt ihr Freuden. Du bist ihr erbärmlich schön!“ Telemann hat beeindruckende Musik dafür komponiert. René Jacobs und sein Ensemble musizieren erstklassig. Aber wem will es gelingen, sich auf die Verbrämung dieser frömmelnden Schlachtorgie einzulassen? Was soll erbaulich oder kathartisch an der Selbsterniedrigung der sündigen Seele sein? „Ich Hund hab meinen Gott verraten. Laßt diese Tat nicht ungerochen, zerreißt mein Fleisch, zerquetscht die Knochen, ihr Larven jener Marterhöhle, […] dass sich die verdammte Seele ewig quäle.“ Das wirkt lediglich befremdlich. Besonders angesichts der maßlosen Identifikation, mit der die Altistin hier mitfiebert. Auch bei den anderen Solisten: Der Text würde von einer distanzierteren Ausführung, von Stilisierung und Zurückhaltung profitieren. Stattdessen leiden die Sänger atemlos mit, opfern Technik und Schöngesang – das kostet Effekt. Wenn der gepeinigte Jesus sich selbst so bemitleidet wie hier; wenn Tochter Zion („Schäumest du, du Schaum der Welt, speit dein Basiliskenrachen, Brut der Drachen, dem, der alle Ding enthält, Schleim und Geifer ins Gesicht“) selbst schäumt, speit und geifert, dann weckt das keine innere Teilnahme beim Zuhörer. Man wendet sich peinlich berührt ab. Fünf Sterne für René Jacobs, die Akademie für Alte Musik und den RIAS Kammerchor. Null Sterne für Brockes’ Schleim- und Eiterpassion, die den Zuhörer dazu einlädt, sich schäbig und unwürdig zu fühlen und sich an lustvoll gezeichneten Folterszenen zu erbauen. Einladung dankend abgelehnt.


Geehrter Herr Persich, da scheint Ihnen die Schreibfeder ja ziemlich ungekonnt entglitten zu sein. Die andere Vermutung wäre, dass Sie wohl von Musik im praktischen Sinne - somit auch von Brahms - nichts Wesentliches verstehen. Auch wenn Sie tiefstes Verständnis vorgaukeln: \"Gerade der späte Brahms aber ist rau, er ist grantelig, er ist unbequem, er hat auf der Schönheit der Töne immer einen Schatten, er braucht Luft zum Atmen.\" Eine Platitude nach der anderen, als habe Brahms Ihnen gestern erklärt, was Sache ist. Pauschal und doch absurd. Letzen Endes spricht es mit Sicherheit nur FÜR Anna Gourari, so extreme Reaktionen hervorzurufen. Einerseits allerhöchstes Lob (von viel kompetenter Seite) in der FAZ, Fono Forum, Die Welt etc. Andererseits vereinzelte, von Unpersönlichkeit gezeichnete Meinungen, wie die Ihre im ansonst sehr informativen und wirklich lesenswerten Magazins RONDO. Wenn Journalisten Ihrer couleur sich in der wohligen Wärme des vagen Durchschnitts sicher fühlen, und die große Kunst Anna Gouraris, einer Künstlerin, die selbständig und unangepasst ist, nicht verstehen, dann muss das schlicht als Lob verstanden werden. Lieblicher Einheitsbrei gefällt Vielen - offensichtlich auch Ihnen. Gestatten Sie eine Platitude von mir am Schluss: wahre Kunst liegt weit außerhalb dieses massen-kompatiblen, lauwarmen Bereichs der Anspruchslosigkeit. Klaus Mergent


Ich finde, mit nur zwei Sternen kommt diese CD deutlich zu schlecht weg. Zwei Sterne gehen für mich schon in Richtung Verriss, der differenzierte Kommentar von T. Rübenacker ist dies aber keineswegs. Die Sonate von R. Strauss hat zwar stürmisch jugendliche Züge, die Johannes Moser durch sein Spiel noch hervorhebt. Doch da ist auch das intensive, manchmal fast resignierten Lebensüberdruss suggerierende Andante, das der Sonate eine ganz besondere Dramatik und auch Tiefgang verleiht. Für mich mehr als nur das Stück eines Frühbegabten. Die Sonate kann schlicht als tolle Musik bestehen. Brahms\\\\\\\' Sonate wird von Moser und seinem kongenialen Partner Rivinius ganz eigen, schlank und \\\\\\\'geradeheraus\\\\\\\', subtil in der Dramatik dargeboten. Keine schmachtende emotionale Flut, dennoch nicht unentschlossen oder sachlich. Eine faszinierende Interpretation, Moser und Rivinius scheinen sich blind zu verstehen. Für mich eine der besten Neuaufnahmen dieses Stückes der letzten Jahre. Bei der Bewertung der Sonate von von Herzogenberg kann ich T. Rübenacker allerdings nur zustimmen. Dieses Stück hätte es nicht gebraucht, man vernimmt es teilnahmslos - der einzig negative Punkt dieser CD. Ich gebe ihr vier Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung. Noch anzumerken bleibt, dass die Aufnahmequalität auch hohe Audiophile Ansprüche erfüllt.


Eigentlich ist die besprochene Aufnahme die Zweite von Kapsbergers Libro Terzo. Die Erste wurde in August 2002 von Diego Cantalupi und Claudio Nuzzo gemacht. Sie erschien auf die Label MVCremona. Die CD enhält auch eine CD-ROM Track mit eine Noten-Faksimile in pdf Format.


Sehr geehrter Herr Fischer, ich mußte mich doch sehr über ihre Kritik zum Händelalbum Ildebrando D Arcangelo`s wundern, das in ihrem neuestem Heft sogar zur CD des Monats erkoren wurde. Geschmäcker gehen bekanntlich auseinander, aber von beeindruckender Pianokultur in der Arie des Perserkönigs Cosroe zu sprechen, grenzt an einer Trübung ihrer Wahrnehmung. Schon der erste Ton der wunderschönen Arie ist zu tief. Zu tief, weil der Sänger die Randschwingungen seiner üppigen Stimme nicht sicher genug beherrscht. Es kommt im Pianobereich zu ständigen Trübungen der Intonation, noch deutlicher zu vernehmen in der Arie des Polifemo (Nr.8). Warum man gerade bei einer Studioaufnahme solche Ungereimtheiten in Sachen Tonhöhe eingegen mußte, ist mir ein Rätsel. Das Ensemble Modo Antiquo ist, wie von ihnen beschrieben, nicht hoch genug zu loben. Viele Grüße


»Wir kennen die Dame …«. Mit dieser Einleitung erweist sich der Rezensent als postpubertärer Phrasendrescher. Realiter hat Mihaela Ursuleasa hier eine glänzende CD vorgelegt. Aber wie meinte bereits Lichtenberg: »Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenschlagen, ist es nicht immer das Buch, das hohl klingt.«


Dass Händels Vokalkompositionen reich an Koloraturen sind, dürfte hinlänglich bekannt sein. Auch eine in Relation zur eigentlichen Kritik sehr ausführliche Darstellung der Entstehungsgeschichte scheint fehl am Platze, wenn hinsichtlich der Künstler nicht mehr ausgesagt wird, als dass Camilla Tilling und Kate Royal in einer insgesamt sehr gut besetzten Einspielung die Engel trefflich verkörpern. Von einem erfahrenen Kritiker darf mehr erwartet werden.


Lieber Herr Scholz!

Ihrer Einschätzung stehe ich bis auf Endrik Wottrichs Darstellung vollkommen konträr gegenüber! Gerade die Klangqualität ist es, was diesen Ring aus Bayreuth ausmacht-ganz zu schweigen von der orchestralen Durchhörbarkeit, die eine Christian Thielemann - immerhin der Wagner-Dirigent seiner Generation- in diesem Jahr in Bayreuth vollbracht hat. Ich zähle sie (die Orchesterleistung) - und das aufgrund von Vergleichen mit 11 anderen Ringeinspieleungen (u.a.Karajan, Böhm, Solti, Keilberth) zu den Besten, die es je gab! Auch ein Albert Dohmen gibt einen guten bis sehr guten Wotan und Wanderer ab, ganz zu schweigen von der Glanzleistung eines Gerhard Siegel als Mime! Wie man in der unterschiedlichen Rezension ihres Blattes gegenüber anderer Klassikzeitschriften (Fono Forum, klassik akzente...) schon wieder erkennen kann ist \"Irren eben doch menschlich\"! Übrigens es kann wirklich nicht sein, dass mehrere hochrangige Tageszeitungen Deutschlands und Europas sich irren, die diesen Ring zumindest orchestral als Meilenstein nach der Aufführung bezeichnet haben.

Mit freundlichen Grüßen
ein "Beckmesser"


Hallojenshans, ich finde, das sollte man differenzierter betrachten. Die einzige Kritik an Thielemann, die ich in dem Artikel lese, ist das zu langsame Tempo. Ich fand es interessant zu lesen, was sich Wagner selbst für Tempi gewünscht hatte. Das Tempo von Thielemann ist in der Tat so langsam, dass es mich ebenfalls stört. Darüber kann man natürlich anderer Ansicht sein und vermutlich sind Herr Scholz und ich in der Minderheit, ich persönlich wundere mich aber trotzdem immer, wie die Leute massenweise von ihren Sitzen hochspringen wenn Herr Thielemann in Bayreuth vor den Vorhang tritt. Dieser Hype ist mir sehr suspekt. Gesanglich, und da gibt es auch keinen Dissenz im Publikum oder der Medienlandschaft, ist dieser Ring keine Meisterleistung. Hätte doch nur die Aufnahme 2009 stattgefunden mit Christian Franz als Siegfried. Aber selbst das ließe nicht über Linda Watsons schwache Leistung hinwegsehen. Ich habe gerade den 2009er Radio-Siegfried mit dem CD-Siegfried verglichen. Letzterer klingt in der Tat etwas gedämpfter, dafür sind die Stimmen mit dem Orchester besser ausbalanciert. Die perfekte Aufnahme gibt es wohl nicht.


Eine unsinnige Kritik ! Die Cd erhielt den angesehenen Diapason d\'Or im November 2009 in Frankreich und erhielt Hoechstwertungen in Fanfare Im Januar 2010,dem wichtigsten Magazin der USA,wo die CD auf eine Ebene mit Brendel und Pollini gestellt wurde.Desgleichen rezensierte Peter Cosse in Klassik Heute die CD mit absoluten Hoechstwerten. Hoelzern ?Zu exakt? Solange Rondo Kritiker wie Herrn Persich zur Feder greifen laesst,dem es an elementarstem Musikverstaendnis fehlt (trotz elegant gewundener Saetze),solange ist dies kein wirklich ernstzunehmendes Klassik Magazin. Peter Bergmann,Hamburg


Herr Pfirsich hat hier tief formuliert,ich habe mirch-als heiter-ahnungsloser Interpret-am schuetteren Kopf gekratzt und das wars dann auch schon.
Das Schweben des Schubert und des Herrn Persich--hier wird\'s Ereignis !!
Von ganz unten,wo ich seit einiger Zeit Gott sei Dank residiere(Neuseeland), enbiete ich einen unterthaenigen Gruss an den gestrengen Richter.Nehmt es nicht uebel,ich kann nicht besser !!
Scardanelli


Bravo Herr Bergmann! Ich kann ihnen in allen Punkten ihrer Meinung nur zustimmen! Ich finde Rondo eigentlich sehr gut - leider häufen sich in letzter Zeit solche \"Kritiken\" von echten \"Fachleuten\" aus der Rondo Redaktion! Hoffentlich denkt Rondo darüber nach - ansonsten werden viele Leser dieses Magazin nicht mehr nur als kostenlos empfinden!


Ich habe die CD aufgrund der erstklassigen Rezensionen gekauft welche diese CD durchweg erhielt.Die Interpretation ist farbig,flexibel (Endres hat preisgekroent ja auch alle Sonaten und alle 400 Taenze auf CD vorgelegt) und gerade bei der Wandererfantasie eine Offenbarung.So sehen das auch internationale Rezensionen wie etwa Fanfare (USA),welche die CD in die erste Liga der erhaeltlichen Versionen ruckt. Warum Rondo glaubt einen pseudointellektuellen,in zweitklassigem Feuilleton Stil gehaltenen Beitrag drucken zu muessen ,der derartiges musikalisches Unverstaendnis offenbart,ist mir nicht klar.Verschieden Meinungen ,ja,aber Qualitaet derartig zu ignorieren ist ihres Magazins nicht wuerdig.


Ich habe Herrn Endres als vorzueglichen Pianisten kennengelernt.Nicht nur ist er ein erstklassiger Schubert Interpret (die von Herrn Persich beanstandete CD erhielt den Diapason d\'Or im November 09 in Frankreich),sondern er hat auch unter anderem eine eindrucksvolle Aufnahme des Ravel Gesamtwerks sowie aller Mozartsonaten vorgelegt. Herr Persich scheint zu der in Deutschland oftmals anzutreffenden Spezies jener Kritiker zu gehoeren die ihre erschuetternde Ahnungslosigkeit in grosse Eloquenz und bombastischen Ueberbau (Kant ) kleiden.Eine schwache Leistung von Rondo.


Ich glaube kaum dass es sich lohnt Herrn Persichs Kommentar im Detail zu kommentieren. Ich habe die besprochene CD jedenfalls mit grossem Genuss vernommen und wenn man eines sagen kann betreffs des Schubert von Endres auf dieser Disk dann dies: sein Formbewusstsein und sein kantables Legato stehen ausser jedem Zweifel.


Mattei schafft es, durch sein Spiel und seinen ausdrucksstarken schönen Gesang, Onegin nicht allein als den \"abgeklärten Dandy\" und Zyniker darzustellen(wie es hier üblich ist), sondern gleichzeitig in der Briefszene (entsprechend der Musik) als \"liebenden Bruder\", der sich um Tatjanas Zukunft sorgt, wenn sie ihre Gefühle nicht unter Kontrolle kriegt. Statt die Situation auszunützen, ist er fürsorglich und vorausschauend und sogar zärtlich. Ein Onegin, der durch Mattei ungewohnt viele Facetten bekommt - entsprechend der Musik.


Tom Persich, von allen Mannschaftskollegen nur „Keiler“ gerufen, spielt bereits seit 2006 Fußball für Germania Schöneiche. Doch manch ein Bürger von Schöneiche weiß vielleicht gar nicht, was da für ein Fußballspieler mit der Rückennummer 33 für die Germania die Töppen schnürt: Ein Spieler, der 51 Jugendländerspiele für die DDR bestritten hat, für Halle und Union im Europapokal aufgelaufen ist, mit Union im DFB-Pokalfinale gestanden hat und mehrere Jahre in der 2. Bundesliga aktiv war.


Nach über zwei Jahren zeigt sich, wie wenig der Autor seinerzeit wirklich zu hören vermochte. Wenn man eine derart singuläre Stimme nicht erkennen kann, dann sollte man’s vielleicht mit Rezensionen über Orgelmusik versuchen. Von wegen »flott zusammengestelltes Hit-Album«!


Ich muss Helmut Mauró widersprechen. Ich habe Tokarew zweimal live gehört und halte ihn für technisch allenfalls solide und musikalisch völlig unbedeutend. Sein musikalisches Ausdrucksspektrum umfasst nur wenige Kategorien wie \"expressiv-elegisch\" oder \"auftrumpfend-virtuos\", die er wie Register zieht. Was über diese Klischees hinausgeht, fällt bei seinem Spiel weitgehend unter den Tisch, aber für das Gros des Publikums genügt das offenbar. Auch seine gerühmte Technik kommt dann schnell an ihre Grenzen, wenn es um Klangfarben oder Stimmtrennung geht. Schnelle Finger hat er, aber das haben viele...


Herr Blümke, schämen Sie sich für diese Rezension! Das ist wohl ein Niveau, das diese Zeitschrift nicht verdient. Mag Ihnen diese Aufnahme auch nicht gefallen, aber auf derart niedrigem sprachlichen Niveau. Pfui !


Ich habe wohl einer andere Aufnahme gehört!? Seltsam, dass die Gruberova runtergeputzt wird (obwohl sie fantastisch singt), während der tremolierende und vokal in argen Nöten befindliche Bros gelobt wird..........


Das Doppelalbum ist am 1. Dezember bei \"Nightingale classics\" erschienen. Es ist die zweite Lucrezia-Aufnahme der Slowakin nach der Münchner DVD. Erst 2009 gab Edita Gruberova ihr Debüt in der Partie der männermordenden Frau. Fast ist die CD noch eindrucksvoller als die Live-Aufführung. Noch prägnanter klingt der Koloratursopran in den Belcanto-Arien, noch präsenter der Tenor vom großartigen José Bros und von Bariton von Franco Vassallo. Hervorragend besetzt ist auch Silvia Tri Santafés biegsamer Mezzo als Maffio Orsini. Und auch die Nebenrollen klingen auf den CDs klarer als auf der Bühne. Vor allem die großen Final-Ensembles wirken sehr transparent und sind genau abgestuft auf den Klang des WDR Rundfunkorchesters unter Andriy Yurkevych. Hell, silbrig, sehr weich, nie scharf führt die Gruberova ihren Sopran mühelos durch die mörderischen Koloraturen. Viele Farben gibt sie mit eindringlicher Mezza voce der Partie, mit bewundernswerter Leichtigkeit setzt sie Spitzentöne an. Durchweg makellos klingt die Stimme; das ist Belcanto in Reinkultur. Und die große Schlusssarie der Lucrezia klingt aus den Boxen kaum weniger bewegend als im Juni live im Konzerthaus. Eine Koproduktion mit der Kölner Philharmonie, der Oper Köln und dem WDR war die Aufführung. Am 4. Juni in Dortmund und am 7. Juni in der Philharmonie Köln wurde mitgeschnitten. Typisch WDR, dass Dortmund als Aufnahmeort nicht erwähnt wird, sondern nur Köln. Es ist eine Gala-Aufnahme, die Maßstäbe setzen wird auf dem Plattenmarkt.


Mittlerweile habe ich mir die Aunahme auch gegönnt. Wunderbar ! Frau Gruberova hat den richtigen Zeitpunkt für die Aufnahme gewählt (wie übrigens auch Frau Devia): Lucrezia ist nun einmal eine Mutterrolle und keine Tochterrolle a la Gilda. Auch die übrigen Protagonisten singen auf sehr hohem Niveau ! Nicht nur Belcanto Fans sollten diese Aufnahme unbedingt kaufen, sie ist eine tolle Ergänzung zu Caballe und Sutherland! @Herrn Blümke:im Fono Forum gibt es auch eine Lucrezia Kritik - wie wäre es mit ein bißchen Nachhilfe durch musikalische, kompetente und sprachlich gewandte Kollegen ? Lesen Sie mal nach !


Ich habe mir die Aufnahme angehört. Von einer Segeltörn kann nicht die Rede sein. Vielmehr liefert die Gruberova eine (weitere) epochale Interpretation. Generell: manches in der Musik mag ja Geschmackssache sein, aber die Kritik von Herrn Blümke ist unter jedem Niveau.


Herr Blümke sollte mal sein Hörgerät richtig einstellen! Fast bekommt man den Eindruck, er hat noch eine Rechnung mit der Sängerin offen...... Selten eine fachlich, sprachlich und unsachliche Kritik gelesen! Ab jetzt meide ich dieses \"Blatt\"!


Diese CD stand nicht auf meiner Wunschliste. Sie war wohl „die“ alternative Empfehlung eines Fachverkäufers, und wurde mir liebevoll eingepackt überreicht mit den Worten, „Ich hoffe, Du hast Freude dran“. Letztes Wochenende konnte ich mir endlich die Zeit nehmen, um Freude dran zu haben. Doch was war das? Um mir hinsichtlich meines Höreindrucks Klarheit zu verschaffen, nutzte ich heute das www. Und fand diese Rezension. Bravo! Denn ich bin gottlob nur seltenst mit einer derart katastrophalen Aufnahme konfrontiert worden, die überdies auch aufnahmetechnisch auf einem den Sangesgelüsten durchaus angemessenen Niveau ist. Insofern: Ich kann dem Tipp-Geber dieses Magazins nur Recht geben, würde allerdings nicht so weit gehen, diese CD weiter zu verschenken - das Entsorgen ist m. E. die schlauere Wahl.


Leider, leider hört Herr Blümke auch hier falsch zu! Es ist in dieser Aufführung sehr wohl der Funke aufs Publikum übergesprungen. Dies war in der Live-Aufführung und ist auch auf der Cd deutlich hörbar. Das Orchester klingt hier nicht nur herrlich, sondern es prickelt wie ein sehr guter Champagner!


Übrigens liebes Rondomagazin: Durch derart fachlich wie sprachlich indiskutable Beiträge verlieren Sie Leser - mich haben Sie schon verloren!


Als Wiener war ich überrascht, mit welcher Leichtigkeit Christian Thielemann mit den Dresdnern Lehar musizierte. Dass der Funke nicht übersprang, lag eher an den Sängern. Z.B.: Rene Fleming, eine ganz wunderbare Strauss-Interpretin, wirkte als Hanna eher schwerfällig.


Woran lag es , das der Funke nicht übersprang? War es nicht doch der schwerfällige Vortrag von Frau Fleming? Ihre tiefen Töne sind keine Freude, ihre Wortbehandlung ebenfalls nicht. Ich habe das Gefühl sie \"legt sich die Worte zurecht\", um sie dann zu singen. Nichts klingt natürlich, leicht, so wie es klingen soll. Eher gaumig und aufgesetzt. Das ist mir bei ihrer hochgelobten Aufnahme der Vier letzten Lieder schon negativ aufgefallen. Und da kommt es auf jede Nuance an. Frau Flemings Höhe ist immer noch intakt, leicht und tadellos, aber wenns runtergeht in die Mittellage, wird´s steif und unschön. Und die Schwarzkopf und andere Künstlerinnen sind halt immer noch im Ohr. Helmha


Sehr geehrter Herr Blümke, auch wenn ich Ihre Begeisterung über das Spiel Julian Steckels ganz und ganz teile, wundert mich das eben bei solch Orchester-opulent gestaltete Werken wie Blochs Schelomo , kein Wort über Orchester Leistung geschrieben wird, ebenso kein Wort über die ausgezeichnete Tonqualität von die gesamtplatte:tolle Arbeit von Holger Urbach. Diese CD ist ein Produkt der gemeinsamen Leidenschaft, Musizieren und Denken! Ich hoffe deshalb Sie werden Mut dazu zeigen auch „unsere“ Leistung zu erwähnen! Mit Dank im Voraus und freundlichen Gruß, Daniel Raiskin, Chef Dirigent, GMD Staatsorchester Rheinische Philharmonie raiskin@planet.nl


Ein wunderbares Debut-Album. Entspannend und virtuos. Inbesondere der Klang der akustischen Gitarre gibt dem Zusammenspiel des Quartetts einen ganz besonderen, außergewöhnlichen Klang. Teilweise fühlt man sich an Folk- oder gar klassische Themen erinnert. Hoffentlich folgt bald mehr von dem Joachim Staudt Quartett!


Hier fuenf Sterne zu vergeben, trotz der grossen Einwaende gegenueber John del Carlos Pasquale, ist grosszuegig, Herr Bluemke. Denn auch Netrebko zeigt sich, nimmt man ihr adrettes Aussehen und doch zugleich unangemessen uebertriebenes Auftreten aus, den stimmlichen Anforderungen der Partei nicht wirklich gewachsen. Da hier das fabelhafte Duett Malatesta-Norina als Referenz zitiert wird, in dem Mariusz Kwiecen sich als guter und agiler Saenger agiert, muss man weiterhin einwenden, dass offenbar die Buehne der Met zum Bruellen auffordert. Mehr Differenzierung waere ein Gewinn fuer die Musik.


Sehr geehrter Herr Braun, Meines Wissens ist vor kurzem das Reger Violinkonzert in der Fassung von Adolf Busch von Kolja Lessing eingespielt und bei Telos veröffentlicht worden. Eine Aufnahme des Reger Violinkonzert mit Kolja Blacher ist mir nicht bekannt, wäre aber sicherlich sehr interessant.


Danke Herr Blümke; endlich ein Kenner, der es wagt, die viel zu selten ausgesproche Wahrheit wiederzugeben. Das Nieveau ist auch gerade richtig, wenn man bedenkt, das Frau Gruberova in fast allen Magazinen zu Unrecht über alle Maße gelobt wird. Um so mehr freue ich mich über diese zutreffende Rezension.


Ja das ist ja schön und gut. Zwar kenne ich die neue Sharon Kam-CD noch nicht, doch nehme ich Herrn Wersin seine Begeisterung gern ab. Doch möchte ich die Vermutung äußern, dass es sich bei ihrem Instrumenbt nicht um das Bassetthorn, sondern um die Bassettklarinette handelt, die der Klarinettist Stadler, Mozarts Freund, einst entwickelte, um die Möglichkeiten des eigenen Instrumentes zu erweitern. Sharon Kams große Konkurrentin, die Lübecker Professorin Sabine Meyer, spielte Mozarts opus einst gleichfalls mit Bassettklarinette ein (nach der Version mit der konventionellen Klarinette), gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern unter Abbado. Zu identifizieren ist das Instrument am in hoher und Mittellage herkömmlichen Klangbild, jedoch mit sehr tiefen und leicht näselnden Tönen.

Anmerkung der Redaktion: Der Leser hat völlig recht, bei der Bezeichnung des Instruments ist ein Fehler unterlaufen. Wir haben sie nachträglich geändert.


Werter Herr Braun! Leider, leider muss ich feststellen, dass das Verreißen von Thielemann Aufnahmen weitergeht! Ist man im Jahre 1876 stehengeblieben, weil man Wagner hört - oder im Jahre 1980, weil man Schnittke sich zu Ohren führt? Nein gewiß nicht. Neben der sicherlich guten, aber etwas \"blutleer\" wirkenden Aufnahme von Järvi muss es genauso Aufnahmen geben, die der Aufführungspraxis eines Furtwängler sich verpflichtet fühlen. Und ob es einen \"heutigen\" oder \"gestrigen\" Beethoven gibt bleibt immer noch dem Publikum überlassen, das vielleicht auch je nach Gemütslage manchemal den etwas satteren, erdigeren, romantischen mitteleuropäischen Orchesterklang präferriert. Aufgrund des Publikumszuspruchs, der auch an den Verkaufszahlen der Thielemann Aufnahme erkennbar ist, muss es und wird es solch schöne Aufnahmen, die 5 Sterne verdient hätten auch geben. So kann auch dieser Beethoven ein Beethoven des 21. Jahrhunderts sein.


Herr Braun schließt seine Rezension mit einem Satz, der einen netten Gedanken enthält: Thielemann sei \"mit anderthalb Beinen in der Mitte des letzten Jahrhunderts stehen geblieben\". Das nette daran ist die unwillkürliche Ironie. Denn am Anfang der Rezension werden die historisch-kritischen Interpreten gelobt. Sind/waren die denn nicht vielleicht gerade die Stehengbliebenen bzw. seltsam Rückwärtsgewandten? Ist nicht vielleicht der dort propagierte intellektuelle/ideologische Versuch, einer möglichst authentischen Interpretation zutiefst reaktionär? Vielleicht ist Thielemann weitaus zeitgemäßer, zeitgenössischer als manche Trockenbeerenwinzer


Ich könnte Herrn Blühmkes Begeisterung teilen, wenn es darum ginge, die Veröffentlichung einer DVD mit diesem wichtigen Werk Donizettis zu rühmen. Jedoch fällt diese Rezension wie ein Eingeständnis blinder Liebe für Anna Netrebko aus. Es gibt einige Vergleichsaufnahmen, mit denen man leicht zeigen kann, dass die sängerische Leistung keineswegs so überragend ist. Man muss dazu nicht unbedingt Maria Callas oder Leyla Gencer aus der Schatzkiste holen. Auf Youtube findet man die Finalszene aus Anna Bolena, in der Mariella Devia (in deutlich höherem Alter) zeigt, wieviel besser das gesungen werden kann. Dennoch, die Veröffentlichung der DVD ist insgesamt zu begrüssen.


Lieber Herr Wersin, Vielen Dank fuer diese engagierte Rezension fuer eine wertvolle Aufnahme, die nicht in Vergessenheit geraten sollte. Ich moechte nur richtigstellen, dass der Zurga dieser Aufnahme nicht der Bass Xavier Depraz war sondern der, wie Sie richtig bemerken, etwas rauhstimmige Bariton René Bianco.


Herbie Nichols ist gerade mal 2 Jahre jünger als Monk. Man muss ihn nicht durch einen angeblichen Monk-Schülerstatus zu adeln versuchen. Sein Spiel und seine Kompositionen haben solche Art Aufwertung nicht nötig.


Interessante Rezension mit guten Einblicken in Medtners Umfeld. Wenn davon gesprochen wird, dass sein Werk --in Aufnahmen geradezu erlauchter Qualität-- zugänglich ist, hätte ich mir da vielleicht den einen oder anderen Hinweis (bzw. Interpreten-Namen) gewünscht.

Antwort von Rezensent Matthias Kornemann, 11.4.2012:

Ein paar Hör-Anregungen hätte ich zu bieten:

Hamish Milne hat ja schon einmal den ganzen Medtner für ein kleineres Label aufgenommen, wiederveröffentlicht bei Brilliant. Klangtechnisch nicht ganz das Hyperion-Niveau, aber dafür auch sehr günstig zu bekommen.

Hamelin ist für mich ein eher überschätzter Notenfresser, aber seine Geamtaufnahme der Sonaten bei Hyprion gehört zu seinen besten Leistungen.

Erste Liga ist Gilels mit der Sonate op. 22 (in vielen ohnehin lohnenden Gilels-Kompilationen enthalten).

Faszinierend die dritte Vioinsonate mit VAdim Repin (ERATO, gibts nur noch antiquarisch, aber immerhin), und das erste, monumentale Klavierkonzert in einer wirklich mitreißenden Fassung mit Evgeny Sudbin (BIS).

Damit haben Sie schonmal eine ganz schöne Medtner-Strecke zusammen.





Vielen Dank für Ihre Mühe und die ausführlichen Anregungen! Freue mich schon darauf, das eine oder andere auszuprobieren. Von Ihren Empfehlungen besitze ich bisher nur die Gilels-Aufnahme. Neben der Sonate op. 22 gibt es ja noch den wunderbaren Gilels-Mitschnitt der Sonate op. 38 (Carnegie Hall, 1969), den ich von einer alten Melodiya LP kenne.


Dass das War Requiem ein beeindruckendes Werk sind steht außer Frage. Aber warum muß Herr Braun seine Kritiken eigentlich immer mit antireligösen Kommentaren würzen. Dies ist mir auch vor 14 Tagen bereits bei seiner Rezension über Bruckners Neunte negativ aufgefallen. Gerade bei seinem Beitrag über das War Requiem bestreite ich nämlich den kontrastierenden Effekt des lateinischen Textes mit den Gedichten von Owen. Es ist vielmehr so, dass die Art und Weise wie Britten die lateinischen Texte vertont, er die englischsprachigen Texte in ergreifender Weise ergänzt und somit die Schrecken des Krieges auch über den religiösen Text reflektiert werden. Dies als Resignation gegenüber der christlichen Religion zu interpretieren erschließt sich mir nicht.


Ich besitze die Aufnahme seit fast 20 Jahren und bin von diesem Werk begeistert. Es hat weit mehr Qualitäten als viele andere Opern dieser Zeit, steht aber eben im Schatten von Verdis Meisterwerk gleichen Titels, selbst wenn Aubers Kompositionsstil ein anderer ist. Wie vom Rezensenten angemerkt, sollten die leichten Abstriche, die man bei einigen Protagonisten machen muss, nicht vom Kauf dieser Aufnahme abhalten. Wenn es nun, wie von Verdis Werk zahlreiche Alternativ-Einspielungen gäbe, könnte man darüber nachdenken; seien wir aber froh, dass nun zumindest diese mit dem vorzüglichen Lawrence Dale in der Hauptrolle wieder vorliegt.


Die Veröffentlichung dieser rezension mag 15 Jahre zurückliegen, dennoch bedarf sie sehr wohl einiger Kritik. Dies ist die egoistischste Rezension, auf die ich je gestoßen bin. Dass ein Mensch Pletnev's spontanes, kreatives und so ausdrucksstarkes Klavierspiel als "eiskaltes, manieriertes Kalkül" bezeichnet, verschlägt mir einfach nur die Sprache.
Pletnev ist ganz und gar nicht ein schlechter Chopin-Spieler, die Musik des polnischen Komponisten liegt ihm ebenso gut wie die von Tchaikovsky. Was Pletnev hier nicht nur an Differenziertheit und Anschlagsrafinesse, an Virtuosität sondern vor allem an Ausdrucksstärke und emotionaler Bandbreite bietet, ist selten in Chopin zu hören. Dieser zarte, verletzliche Anschlag, der einen zu Tränen bewegen kann! In jeder Note so eine Zärtlichkeit, so ein Gefühl! Pletnev's Chopin-Interpretationen gehören zu den besten in der Klassikwelt. [---]
Diese Rezension offenbart uns tatsächlich mehr über Sie als über Herrn Pletnev. Schade! Ein Glück, dass es auf anderen Webseiten noch bodenständigere Autoren gibt, die in einem menschenwürdigen Tonfall kritisieren können.
Auf Wiedersehen!

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Antwort der Redaktion:

Sehr geehrte Frau K.,
wie stets kann man auch über Pletnevs Spiel kontrovers diskutieren Aber tatsächlich ist diese Kritik schon etwas älter und Herrn Csampai wird Ihr Kommentar hier nicht mehr erreichen. Daher wurde der persönliche Angriff auf ihn getilgt.
Die Redaktion


Schade, dass die Rezension so lieblos geschrieben wurde. Die ersten 10 Zeilen hätte man auch schreiben können, ohne die Aufnahme überhaupt gehört zu haben, denn sie enthalten nur Informationen die schon über die Presse, Interviews und im Booklet gestreut wurden. Die andere Hälfte der Rezension ist, bis auf das Lob, doch sehr allgemein gehalten. Viele der sowohl positiven als auch negativen Kritiken, die man über diese Aufnahme bei Amazon lesen kann, sind weitaus informativer. Ich bin kein Fan der Bartoli, finde ihre Projekte aber oft interessant. Ich hätte mich über eine differenziertere Besprechung gefreut und auch gern etwas über die Leistungen der anderen Sänger gelesen. Diese Rezension hätte man sich schenken können.


Und glücklicher Leser, weil der irritierende Rechtschreibfehler (glü|klicher Hörer) endlich korrigiert wurde.


Man muß leider den ziemlich schlechten Klang erwähnen, schnell im Übersteuerungsbereich.


Hm ... Was ist "betuliche" Musik? Was ist "berechenbare", "nonkonforme" Musik? Wenn ich das wüsste, könnte ich mit der Rezension etwas anfangen. Aber so ...? *kopfkratz*


Furtwänglers Musik ist schwer zugänglich, und sicherlich hätte es ihr oft gut getan, wenn sie schlicht nicht so lang wäre. Ein derart vernichtendes Urteil halte ich jedoch nicht für gerechtfertigt – Gerade der Einsatz des Dirigenten George Alexander Albrecht verdeutlicht, dass Furtwängler durchaus seinen Platz in der Riege der Sinfoniker des 20. Jahrhunderts hat. freilich niemals so genial wie ein Mahler oder ein Vaughan Williams, die Albrechts Bezeichnung als »Super-Bruckner« trifft die Sache allerdings wirklich gut. Allerdings ist für ein Verständnis dieser schwer zugänglichen Musik eben doch eine sehr tiefe Beschäftigung mit derselben vonnöten, für die der Rezensent ganz offensichtlich keine Zeit hatte. Gerade im Scherzo gibt es wundervolle Stellen, die es zu entdecken gilt. Wer diese Musik von etwas positiverer Seite kennenlernen möchte, der sollte den Bericht ebenjenes George Alexander Albrecht lesen: http://www.kultiversum.de/Musik-Partituren/ENTDECKUNGSREISE-Der-Super-Bruckner.html


mir war bislang nicht bekannt, dass ein brahms der flotten tempi durch und durch idiomatisch und modern anmutend ist: lt. renzensions-schreibe des michael blümke, der auch verführerische bronzetöne in ungewöhnlich strahlenden geigen- tönen hört, scheint dies so zu sein, und er verleiht chaillys leipziger brahms ausnahmestatus. alles fliesst in schönster selbstverständlichkeit, wie dieser phrasen-schmarren oberflächlich-unaus- gegorenen formulier-vermögens: heikle übergänge ... scheinen sich von allein zu ergeben - wie bitte-? lektor (was-?) übernehmen sie. und michael blümke sei dankend weiterempfohlen als newcomer musikjournalistischer beliebigkeit auf klassikradio-niveau. - nein, danke.


Sehr geehrter Herr Wersin, Respekt und Anerkennung, ich halte jede Ihrer Anmerkungen zur neuen Harnoncourt-CD für zutreffend. So oft ich das Album auch höre: kein Haar in der Suppe, nirgends. Und so oft ich Ihre Rezension auch lese: ebenfalls kein Haar. Daher meine Frage: Warum nur vier von fünf Wertungspunkten? Und was hätten NH und die Seinen noch alles anstellen müssen, um Rondo zur Höchstwertung zu bewegen?


Antwort des Autors: Lieber Leser, es ist Konsenz im Autorenteam, mit der höchsten Bewertung nicht inflationär umzugehen. Vor diesem Hintergrund habe ich Harnoncourts Einspielung, die tatsächlich sehr inspiriert und von makelloser Qualität ist, meinem eigenen Empfinden gemäß dennoch nicht als 'Jahrhundert-Ereignis', sondern 'nur' als sehr gute Aufnahme bewertet. Herzlich, Michael Wersin


ich möchte dem durchaus geschätzten rondo-kritiker herrn kornemann nicht zu nahe treten, wenn ich seine wie immer von hoher philologischer warte aus verfasste bewertung des grieg-konzerts als nobilitierend-verblasen beurteile. so wie er dieses konzert hier als quasi neu entdeckten schatz der klavierkonzert-literatur beschreibt (klangjuwelen konstituierender hornsplitter, quasi lisztomane, atemberaubende kadenz), einen musikalischen schatz, den erst lugansky-nagano (ihm) zu gehör bringen, das kann ich nicht ernst nehmen, ausser als pr-gedöns, so wie die bemerkungen, die vielen andren hätten dieses konzert nur oberflächlich herunter-gedroschen: also bitte, gab es da nicht curzon (resp. lipatti), rubinstein oder fleisher u.a. als noble, allemal seriöse interpreten-? gewiss, lugansky-nagano spielen feinsinnig mit glacéhandschuhen, jedoch, ob dies diesem thematisch folkloristisch schlichten, harmonisch gespreizten und eher rhythmisch pointierten werk guttut, sei zweifelnd dahingestellt. in abwandlung: auch breitgetretener quark bleibt quark. und das ungleich komplexere klavier(schlag)werk des prokovief, neuerdings auch ein konzertreisser (die zuhörer emanzipieren sich), liegt in adäquat differenzierten einspielungen der kapell über argerich bis lang-lang vor, die ich alle durchaus nicht gleichermassen schätze, die jedoch alle der hier essentiellen pianistischen artistik nichts schuldig bleiben. dagegen spielen lugansky-nagano differenziert-gepflegt auf noblesse bedacht sehr klangschön und verfehlen das wesentliche: das rhythmische furioso. (... ich könnte es pianistisch korrekter, aber weniger gut spielen...) allerdings, eine klangtechnisch sehr gelungene aufnahme. gemihaus


Warum nur 3 Punkte bei so einer doch rundum recht positiven Kritik?


Guten Tag Beim Lesen dieser Kritik werde ich den Eindruck nicht los, beim Rezensenten eine Voreingenommenheit gegen Nezet-Seguin festzustellen. Zuerst eine Korrektur. Nezet-Seguin ist ein kanadischer Dirigent und nur weil er französisch spricht, ist er nicht unbedingt Franzose. Richtig ist, dass der Rattle-Zyklus dem von Nezet-Seguin vorzuziehen ist. Den Kanadier aber insgesamt seine Qualitäten abzusprechen, ist einfach inakzeptabel und entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Hier gibt es genügend Aufnahmen mit dem Philadelphia Orchestra oder Metropoliten Orchester Montreal sowie den Rotterdamern Philharmonikern, die das Gegenteil belegen. Eine nicht sonderlich geglückte Schumann Interpretation führt noch lange nicht dazu, einem Dirigenten seine fachliche Kompetenz generell abzusprechen. Was soll in einer Rezension der Hinweis. dass es mit den Berliner Philharmonikern eine noch bessere Interpretation der Schumann-Sinfonien gibt, ohne konkret zu nennen, um welchem Dirigenten es sich handelt. Ratespiel oder Geheimniskrämerei? Absolut überflüssig, zumal es mindestens vier Gesamteinspielungen gibt, die mir spontan einfallen und denen steht Rattle in nichts nach. Solche Rezensionen wie diese, halte ich für nicht sehr hilfreich. Gruss R. Willamowski


Der Kritik kann ich grundsätzlich zustimmen, auch wenn ich die Interpretation der Konzerte positiver bewerte als der Rezensent. Völlig falsch ist hingegen die Information über die bereits vorliegenden Gesamtaufnahmen der Dvorak-Symphonien. Aktuell sind neben dieser noch neun (!) weitere Einspielungen im Handel verfügbar, davon die von Anguelov/RSO Bratislava und Valek/RSO Prag jüngeren Datums (2001-2004). Ausserdem gibt es genügend Einzelaufnahmen insbesondere der Symponien 2,3,4,6 und 7 mit Aufnahmedatum der letzten Jahre, z.B. von Mackerras, Macal oder Serebier, die allmal zu empfehlen sind. Im übrigen hat - was die frühen Dvorak-Symphonien betrifft - in den letzten ca. 20 Jahren ein Umdenken stattgefunden. Sie werden immer öfter und zurecht eingespielt und auch in Konzerten aufgeführt. Das sollte auch einem Rezensenten nicht verborgen bleiben. Jedenfals besteht auf Tonträgern kein Mangel an Aufnahmen. Was diese Belolavek-Aufnahme betrifft, so möchte ich auf das sehr presente volle Klangbild hinweisen. Hier hat diese Aufnahmen einen deutlichen Vorteil gegenüber den anderen Gesamteinspielungen


Sehr geehrter Herr Engels, ...."Mischung aus Singer/Songwriter-Kunst und Great American Songbook" klingt doch überwältigend - nach "Ewigkeit" und "ingenious footprints"! Was - um alles in der Welt - meinen Sie dann aber mit "flaumfederhaftem Heruntertrudeln"? Das klingt ja richtig despektierlich! Mögen Sie vielleicht keinen "schönen" Jazz? Oder heißt "Heruntertrudeln"auf Neudeutsch inzwischen "lässig und elegant"? Eleganz wäre ja schon seit je her ein ganz besonderes Markenzeichen der Musikerin Olivia Trummer! Von mir, ganz klar, bekommt die Kandidatin 5 Punkte...


Hallo lieber Rezensent, eine nachvollziehbare und zustimmende Rezension - Gratulation! Nur die Bewertung (3 von 5 Punkten) will überhaupt nicht zum Text passen... Der deutet (ganz klar!) auf 4-5 Punkte hin. War das ein technisches Versehen? Vielleicht noch einmal überprüfen: Kongruenz von "Text" und "Zahl" würde die Sache einfach viel "valider" machen... Schon Pythagoras wusste es: "Alles ist Zahl...";-))


Auch ich empfinde diese Musik als kalt, seelenlos sogar. Dafür dürfte es gerne weniger Sterne geben, oder gar keine.


Bezuidenhout war für mich, als er auftauchte, ein Quantensprung in Sachen adäquater Mozart-Instrumente nach 150 Jahren Steinway-Mozart. Vor einer Weile aber erging es mir wie der Königin im Märchen: Bezuidenhout ist fabelhaft, aber hinter den sieben Bergen, gleich hinter Besançon, wohnt Arthur Schoonderwoerd. Und dessen Integralaufnahme der Mozart-Sonaten finde ich noch interessanter, aufregender, mozartnäher. Bezuidenhout im Vergleich ist sicher ohrenfreundlicher. Nur, den Klang seines Instruments von 1805 kannte Mozart noch nicht. Belederung kam erst mit der französischen Revolution auf, als alles, was nach Cembalo klang, zum alten - verdammungswürdigen - System gehörte (so die Argumentation Schoonderwoerds). Die Instrumente des Ancien régime waren - auch die nach dem Cembalo - unbeledert. Nicht um „Authentizität“ oder „Original“klang geht es mir dabei. Sondern um die radikal andere Klangwelt von Clavichords, Tangentenflügel, Hammerflügel (auch Mozarts Walter-Flügel hatte lederfreie Hämmer). Sie legen eine andere Spielweise nahe. Und die leuchtet mir, neben dem Klang, noch mehr ein als Bezuidenhouts fabelhaftes Mozartspiel. In punkto Virtuosität, Kreativität und Erzähltalent liegen beide für mich gleichauf. Stefan Siegert (per Mail, eingestellt von der Redaktion)


G.Fischer: Schubert.B-Phil.Harnoncourt Verehrte Rondo-Redaktion! Nichts gegen die B-Phil Eigenvermarktung, neben den Majors der Branche selbst Eigenproduktionenen anzubieten. Wer dem Publikum allerdings suggerieren will, hier nunmehr erstmals ein komplettes Schubert Glück zu kaufen, der redet wohlwollenden Unsinn. Längst, vor allem seit Wand, Abbado und eben Harnoncourt aus Amsterdam sind alle Sinfonien Schuberts hoch gepriesen bekannt und auf dem Markt! Auch wenn sie sich nurnicht gegen die Popularität der letzten behaupten können, stehen die Sinfonien nos. 3-6 öfter auch auf Konzertprogrammen. Mir ist auch unbegreiflich, wie eine alte Aufnahme in den Archiven 'gereift' sein soll, so wie ein guter Jahrgangswein nach zehn Jahren? Inzwischen führen viele Wege zu Schubert, dieser ist gewiss nicht der einzig seeligmachende. gemihaus, Berlin


Die Sinfonien Schumanns. Ich halte beide neueren Einspielungen der Schumann Sinfonien für unbefriedigend, weil sie die musikalisch heterogene Dimension des Zyklus nur partiell und nicht umfassend darbieten. Der Kanadier Nezet-Seguins bietet Schumann light aus Paris als detailfreudiges Sammelsurium ohne eine bezwingend-überzeugende Gesamtdarstellung. Schumann als romantical stardust, nimmer gefährdet von des 'zum Tode betrübt'. Und Rattle bietet die B-philharmonische Alternative, forsch und rhythmisch stringent drauflos, ein Schumann als veritabler Stürmer seiner Empfindungen, wobei seine pathologisch essentielle, auch künstlerisch produktive Wahnsicht unterbewertet erscheint. Günter Wand, allem musikalischen Unsinn entfernt, verweigerte sich solcherart Musik wie die Schumanns Zweiter aufzuführen. Solcherart Konflikte, auch nur als psycho-ästhetischer Reflex, sucht man hier doch vergebens. Beide Dirigenten haben auf Schumann eine gesunde Draufsicht, nicht mehr. Wer die sog. historisierenden Einspielungen der Hanover Band unter Roy Godman und die noch mehr überzeugende neuere von J.E.Gardiner nicht mag, wird auf die konventionellen von Sawalisch, Muti, Levine oder Bernstein mit den W-Phil zurückkommen, die an Ausdrucksradius und teilweise -intensität nach wie vor als Interpretationsleistung unübertroffen sind. Schumann, der Romantiker, mit all seinen Höhen und Tiefen. gemihaus, Berlin.


Bach Goldberg-V. Für ernsthafte Klaviermusik-Kenner war Barto nie ein bemerkenswerter Pianist, weder ein guter noch ein großer, allenfalls ein interessanter Protegé, der aussermusikalisch von sich Reden machte, wie auch immer. Jedenfalls konnte er voll und deftig spielen, ohne durch pianistisch differenzierende, subtile wie rhyhtmisch stabile Kleinmotorik zu überzeugen, allerdings durch dynamische Eigenwilligkeiten. Ein engl. Kritiker beschrieb seine Chopin-Einspielung der Preludes u.a. einst so, "Barto macht jede einzelne Note zu seiner eigenen". Wer die Aufnahme kennt, weiss, dass dies nicht positiv gemeint war, sondern als Kritik an dem höchst fragwürdigen und geschmäcklerischen Umgang mit dem musikalischen Material, jenseits von Stil und musikalischer Gestalt, und auch rein pianistisch mit den Tempi keinesfalls souverän. Man wundert sich ja noch, dass solcherart Goldberg-Bach-Rhapsodien, die weder Bach noch Busoni genügen, von einem musikalisch defizitären Marketing doch veröffentlicht werden, weil es Barto so spielt? Lars Vogts eigene, jedoch nicht eigenwillig ernsthafte, rhythmisch wie dynamisch differenziert artikulierte und musikalisch streng durchformulierte Gestaltung des Variationszyklus' wirkt vergleichsweise wie eine Bachsche Offenbarung, die auch neben andren Hochkarätern bestehen kann. gemihaus, Berlin.


Wenn ich Zusammenhang erlebe, nicht nur in den Sätzen, sondern von der ersten bis zur letzten Note der Symphonie, dann bei Celibidache. Karajan erschlägt manches Detail und das Orchester spielt oft nicht ganz sauber. Die Kritik sagt wieder einmal mehr über die Grenzen des Kritikers aus, als über die Grenzen Celibidaches. Nochmal anhören Herr Braun, wenn nötig auch noch 20 Mal. Vielleicht kommen Sie dann über die aneinander gereihten Episoden hinaus. Bei mir hat es funktioniert.


Peter Shaffer sollte die Grußworte verfassen. Forman kann sie ja dann verfilmen ;)


Die stimmlich, sprachlich und vorallem gestalterisch höchst beschränkte Frau Kozena mit Lorraine Hunt zu vergleichen ist schon beachtlich! Ich habe beide Frauen oft gehört und dazwischen liegen wirklich Welten! Das Konzert im Kammermusiksaal vor zwei Wochen hat wieder gezeigt, dass Frau Kozena wohl nur ein Vetternwirtschafts- und Marktetingprodukt ist. Die Stimme hat oben und unten keinen brauchbaren Klang, sie singt nicht einmal ihre Muttersprache natürlich und über Inhalte macht sie sich hörbar keine Gedanken. Schlecht einstudiert und geprobt war das überambizionierte Programm zu allem Übel auch noch.


Der Herr Fraunholzer schreibt gerne einfach drauflos! Joyce Didonato singt keine Sopranrollen! Maria Stuarda und auch Semiramide wurden schon immer von Sängerinnen gesungen, die sie einfach singen konnten. So hat zum Beispiel Janet Baker auch die Stuarda gesungen, ohne deswegen Sopran zu sein.


Dem Kommentar nach scheint Ihnen die CD ja gefallen zu haben. Warum dann nur drei Punkte?! Aber davon abgesehen: Wenn die absolut zufällige Nummer in einem Werkkanon jetzt schon das Kriterium für die Koppelung von Werken werden soll, dann steht uns noch einiges bevor. Aber womit koppelt man dann die Sinfonien von Segerstam oder von Hovhaness? Eine harte Nuss für unsere Marketing-Strategen, wenn Sie mich fragen ...


Richtig ist, dass der Chor hervorragende Stimmen hat. Alles sauber und bestens intoniert gesungen. Nur versteht man leider kein Wort. Richtig ist, dass Michael Volle eine enorme Stimme hat. Nur leider brüllt er zuweilen so sehr, dass man z.B. nach dem "Feuerwunder denken könnte, er würde zusammen mit den Baalspriestern geschlachtet. Richtig ist, dass es auch bezaubernde Seiten dieser Produktion gibt. Wo allerdings übermäßige Romantizismen oder gar triefende Sentimentalitäten zu finden sind, erschließt sich mir nicht. Richtig ist, dass das Orchester bestens vorbereitet spielt. Nur leider deckt es zumal mit den ballernden Pauken den Chor meistens volständig zu. Was im Übrigen auch für die Solistinnen gilt. Und die Orchesterschläge nach den Rufen "Gib uns Antwort" sind so geknallt und übertrieben zackig, dass sie einem vernünftigen Orchestertutti nicht gerecht werden. Und als eine der auffälligsten Inspirationen in dieser Aufführung ist das für eine Referenzaufnahme zu wenig. Kaum etwas, was hier neben den vollkommen aufgeführten Tönen seit Sawallisch unentbehrlich wäre. Schade.


Ich saß vor einigen Jahren in Bayreuth, vollkommen verzaubert vom Ende des Parsifal. Der Raum vibrierte förmlich vom letzten Klang und der ihm innewohnenden stillen Spannung, als vielleicht noch in den Schlussklang, jedenfalls den inneren Nachklang hinein mein Sitznachbar ein unglaublich derbes, brutales Buh gegrölt hat. Ich konnte mich nicht einmal bei ihm beschweren. Ich war einfach so getroffen, enttäuscht, ja fast verletzt von diesem bornierten, auch unmusikalischen Egoismus. Was Bostridge über den Vorfall gesagt hat, ist meiner Meinung nach legitim: "Ich habe ihm nur gesagt, er solle selbst mal auf die Bühne kommen, damit er mal sieht, wie es ist, da oben zu stehen vor Publikum." Wer sich herausnimmt, aus dem sicheren Hafen des Auditoriums alle anderen und auch denjenigen zu stören, der auf der Bühne unter den kritischen Augen vieler Menschen seine Arbeit macht, dem kann man auch zumuten, sich vor eben diesem Publikum zu artikulieren. Es ist eine Anmaßung, die hochprofessionelle Tätigkeit anderer (von deren tatsächlichen Schwierigkeiten zudem viele gar keine Ahnung haben) durch derbe Buhs oder sonstige Rufe abzuqualifizieren. Das sollte in unserer Welt keinen Platz haben und es ist gut, wenn solche Leute Konsequenzen aus ihrem Fehlverhalten ziehen müssen.


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