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50 Jahre Opernfestspiele Heidenheim

Glaubt man den stadtgeschichtlichen Dokumenten von Heidenheim, so erfreuten schon im Mittelalter Minnesänger die im Schloss Hellenstein residierenden Herrschaften. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Schloss zwar fast völlig zerstört. Der gute Geist der einstigen Sänger lebt jedoch bis heute weiter. Und so finden 2014 bereits zum 50. Mal in der malerischen Burgruine des baden-württembergischen Städtchens die Heidenheimer Opernfestspiele statt. Bevor aber die Jubiläumssaison dieses traditionsreichen wie höchst erfolgreichen Open-Air-Festivals mit gleich einer Doppelpremiere der Verismo-Klassiker „Der Bajazzo“ und „Cavalleria rusticana“ eingeläutet wird, konnte man noch stolz eine Meldung verkünden: Marcus Bosch, seines Zeichens Nürnberger GMD und einer von Deutschlands spannendsten Dirigenten, hat seinen Vertrag als Heidenheimer Opernfestspieldirektor vorzeitig bis 2020 verlängert. Diese Unterschrift unterstreicht den Glücksgriff, der der Stadt 2010 mit der Verpflichtung Boschs gelungen war. Seitdem haben sich auch die Besucherzahlen verdoppelt. Mit 98% Auslastung zählen die Opernfestspiele Heidenheim inzwischen zu den erfolgreichsten Klassik-Festivals in Deutschland! Und dementsprechend groß ist bereits der Andrang für das diesjährige Jubiläumsprogramm.
Gleich mit dem Eröffnungskonzert am 6. Juni präsentiert Marcus Bosch zusammen mit dem Festivalorchester Cappella Aquileia eine Sängergala, bei der mit Arien von Mozart bis Puccini Highlights aus 50 Jahren Opernfestspiele Heidenheim zu erleben sind. Am 4. Juli leitet Bosch dann die Doppelpremiere von Leoncavallos „Der Bajazzo“ und Mascagnis „Cavalleria rusticana“ in der Neuinszenierung von Petra Luisa Meyer. Im Konzertreigen besticht das Orchesterkonzert mit der Staatsphilharmonie Nürnberg, bei der die Russin Olga Scheps das 2. Klavierkonzert von Rachmaninow hinlegt. Zu den weiteren Gästen gehören die SWR Big Band genauso wie die Stuttgarter Philharmoniker, die unter Leitung des gebürtigen Heidenheimers Bosch Verdis Requiem spielen.

Reinhard Lemelle, RONDO Ausgabe 3 / 2014



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