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„Glitter and be gay“: Barbara Cook † (c) David Shankbone/Wikimedia Commons

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Eine First Lady des Musicals

Als die New Yorker Philharmoniker 1961 Leonard Bernstein mit einem Gala-Konzert ehrten, hatte man dementsprechend reichlich Prominenz eingeladen. Lennys Kumpels Aaron Copland dirigierte die Ouvertüre zu Bernsteins Musical „Candide“. Und unter den Sängerstars befand sich neben Anna Moffo und Richard Tucker auch Barbara Cook, mehr als nur irgendein heller Broadway-Star. 1956 hatte Cook nämlich in der Uraufführung von Bernsteins Voltaire-Vertonung „Candide“ die höllisch schwere Partie der Cunégonde derart grandios gemeistert, dass selbst die im Publikum staunende Maria Callas nach der Premiere wortlos und ohne einen Glückwunsch für ihre Kollegin von dannen rauschte. Spätestens nach diesem Bühnentriumph ging es für die Musical-Ikone stetig bergauf – und immer wieder auch steil bergab. Cook war alkoholkrank und litt an schweren Depressionen. Weshalb sie später sogar einmal feststellen sollte: „Mein Leben war ein einziges Chaos“. Zum Teil stimmte das vielleicht, andererseits schaffte es Barbara Cook, die 1927 in Atlanta/Georgia geboren wurde, sich regelmäßig aus dem Sumpf herauszuziehen und auf der Bühne nicht allein mit ihrem Sopran zu glänzen. Ein Jahr nach „Candide“ bekam sie für das Musical „The Music Man“ einen Tony Award. Und während Frank Sinatra als unerreichter Sänger für die Jazz-Standards etwa von Cole Porter galt, wurde Cook für ihre Interpretationen des „American Songbook“ mit all den Klassikern von Rodgers & Hammerstein, Stephen Sondheim und Irving Berlin bewundert und bejubelt. Mit diesen Evergreens sollte sie 2007 noch einmal ihr Publikum im „big apple“ begeistern – als die New Yorker Philharmoniker sie anlässlich ihres 80. Geburtstags hochleben ließen. Nun ist Barbara Cook im Alter von 89 Jahren nach langer Krankheit in ihrem Haus in Manhattan gestorben.

Guido Fischer



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