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Auferstanden aus Ruinen: Die Staatsoper Unter den Linden (c) Gordon Welters/staatsoper-berlin.com

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Darfs ein Milliönchen mehr sein?

„Wieder zurück!“ – wer auf die Internetseite der Berliner Staatsoper Unter den Linden klickt, wird direkt mit diesem Ausruf der Freude begrüßt! Zu verdenken ist dieser verbale Glückssprung dem Team um GMD Daniel Barenboim und die Intendanten Jürgen Flimm und Matthias Schulz nun wirklich nicht. Nach immerhin sieben Jahren, in denen dieses Traditionshaus länger als geplant umgebaut und renoviert worden ist, zog der komplette Stab vom Ausweichquartier im Schiller-Theater endlich wieder in’s vertraute Zuhause. Und weil Barenboim und Flimm keinerlei Verzögerungen mehr in Kauf nehmen wollten und als Wiedereröffnungstermin den 3. Oktober angesetzt hatten, findet tatsächlich am Tag der Deutschen Einheit der entsprechende Festakt statt. Auf dem Programm des längst ausverkauften, und zugleich vom Kultursender „arte“ übertragenen Wiedereröffnungstusch steht aber kein Opernknaller, sondern ein weithin eher stiefmütterlich behandeltes Großprojekt von Robert Schumann. Es sind seine „Szenen aus Goethes Faust“ für Solisten, Chor und Orchester – die aber jetzt von Jürgen Flimm szenisch eingerichtet und von Top-Sängern wie Roman Trekel und René Pape veredelt werden.
Noch vor diesen Termin haben die Verantwortlichen weitere Einladungen ausgesprochen, um gemeinsam die „neue“ Linden-Oper zu feiern. Am 30. September dirigiert Barenboim auf dem Bebelplatz Beethovens Neunte. Am 1. Oktober kann man sodann das Haus, das fortan auch für Barenboims Staatskapelle als neues Konzerthaus fungieren soll, mit all seinen technischen Neuerungen und angehobenen Decken flanierend erkunden.
Trotzdem muss man schon jetzt zugleich auch auf die Jubel- und Euphoriebremse treten. Denn auf den Feierrausch folgt umgehend der nüchterne Handwerkeralltag. In der Linden-Oper ist nämlich noch längst nicht alles fertig und zu Ende gehämmert. Bis Anfang Dezember wird das Haus wieder geschlossen. Und wie Co-Intendant Matthias Schulz gerade dem österreichischen „Kurier“ verraten hat, wird der zunächst auf 240 Millionen taxierte, inzwischen auf 400 Millionen Euro angestiegene Renovierungstetat wohl noch einmal einen kleinen Zuschuss benötigen: „Man kann vermutlich nicht ausschließen, dass noch die eine oder andere Million dazukommt.“ In Berlin sitzt das Geld aber ja schon immer schön locker. Ist doch eh allet nur Peanuts…

Guido Fischer



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