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(c) Lucerne Festival / ArkNova

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Ein Konzertsaal zum Aufblasen!

Von oben sieht es aus wie ein violetter Monsterdrops und von der Seite wie eine XXL-Aubergine aus dem Gen-Tech-Labor. Gestrandet ist dieses Wesen gerade, nur einen Steinwurf entfernt von der japanischen Bucht Matsushima und hört auf den Namen „Ark Nova“ – Neue Arche. Entworfen hat das surreale Gebilde der britisch-indische Bildhauer Anish Kapoor gemeinsam mit dem japanischen Architekten Arata Isozaki, um der von einem Tsunami zerstörten Region wieder etwas kulturelles Leben einzuhauchen. Denn die „Ark Nova“ ist der weltweit erste Konzertsaal zum Aufblasen! 30 mal 36 mal 18 Meter groß ist er und bietet Platz für 500 Zuhörer. Und für den ebenfalls spektakulären, rot illuminierten und amorph gestalteten Innenraum hat man Sitzbänke aus Zedernholz gezimmert, das aus einem benachbarten Wald stammt, der 2011 vom Tsunami zum größten Teil zerstört wurde.
Auf die Idee, einer sich erst langsam von dieser Naturkatastrophe erholenden Region auf diese Weise unter die Arme zu greifen, ist Michael Haeflinger gekommen. „Da wir mit dem Lucerne Festival sehr enge Beziehungen zu Japan pflegen, hatte ich das starke Bedürfnis, einen Beitrag zur Bewältigung der Folge der Katastrophe zu leisten“, so der Intendant des Lucerne Festivals.
Für das Eröffnungsfestival war nun eigentlich auch ein Gastspiel mit Claudio Abbado und dem Lucerne Festival Orchestra geplant. Doch für den erneut erkrankten Maestro sprang Gustavo Dudamel ein und leitete das japanische Tohoku Youth Orchestra. Und wie verlässliche Ohrenzeugen berichteten, war die Akustik der Konzertarche mehr als nur ordentlich. Nur der einsetzende und auf die Außenhaut prasselnde Regen muss etwas irritierend gewesen sein. Doch das lässt sich auch in den nächsten drei Jahren verschmerzen, wenn man mit diesem mobilen Konzertsaal in der Region umherreisen wird, um neben klassischer auch traditionell japanische Musik aufzuführen.

Guido Fischer



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