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Der polnische Saxofonist Bartek Dus

hülsta woodwinds

„Wir lieben Holz!“

Seit 2008 findet in Münster ein internationaler Holzbläserwettbewerb statt. Pate steht passenderweise ein Unternehmen, dem Holz sehr am Herzen liegt.

Beim Namen dieses Wettbewerbs muss man sofort an Erik Satie denken. Denn der französische Komponistensonderling schrieb 1917 sein erstes von fünf Musikstücken mit dem Titel „Musique d’ameublement“. Was übersetzt so viel heißt wie „Möbelmusik“, „Einrichtungsmusik“. Doch im Gegensatz zu Satie, der damit Musik als unauffällige, dezent im Hintergrund dahinschwingende Klangtapete im Sinn hatte, kommt es bei „hülsta woodwinds“ auf jeden Ton an. Schließlich greifen die Talente bei dem vom Möbelhersteller Hülsta mitinitiierten, internationalen Holzbläserwettbewerb nicht nur nach dem Siegerlorbeer. Neben jeweils mit 5.000 Euro dotierten ersten Preisen winkt eine Aufnahme beim Label „CC ClassicClips“, mit dem die den Wettbewerb federführend veranstaltende Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK) jungen Musikern ein nachhaltiges Forum bietet.
Bereits zum dritten Mal findet nun in Münster dieser Wettbewerb statt, der allein schon von seiner Ausrichtung her ziemlich einzigartig sein dürfte. Denn während sich bei ähnlichen Ausscheidungskämpfen ausschließlich Flötisten oder Saxofonisten untereinander aus dem Rennen zu kegeln versuchen, tritt hier die gesamte Holzbläserfamilie gegeneinander an. Vom 26. bis 30. März 2014 stellen sich erneut die ausgewählten Endrundenteilnehmenden auf ihren Instrumenten Querflöte, Blockflöte, Klarinette, Saxofon, Oboe und Fagott den hellwachen Ohren einer Fachjury.

Westfälische Gastfreundschaft

2008 ging der alle drei Jahre veranstaltete Wettbewerb zum ersten Mal über die Bühne. Und wie sich die Geschäftsführerin der GWK, Susanne Schulte, erinnert, war bereits bei der ersten Ausschreibung die internationale Resonanz groß. Um die 150 Bewerber aus ganz Europa, aber auch aus China und Russland hatten sich angemeldet. Glücklicherweise hatte man von Beginn an aber nicht nur das Traditionsunternehmen Hülsta zum Partner, das seinen Firmensitz im Westen des Münsterlands hat. Auch die Münsteraner Bevölkerung nahm regen Anteil, und die Musiker konnten kostenfrei bei Familien unterkommen.
In den Genuss der westfälischen Gastfreundschaft kommt man auch 2014. Der Wettbewerb wird dagegen erneut kein Zuckerschlecken. Zumal bereits bei der letzten Ausgabe „das Niveau sehr hoch“ war, wie damals Jurymitglied Dorothee Oberlinger feststellte. In diesem Jahr haben ebenfalls international renommierte Solisten und Professoren eine Menge Arbeit vor sich. In fünf Tagen stellen sich ihnen rund 40 Musiker, die es aus dem Bewerberkreis in die Vorrunde geschafft haben. Und bis in die Finalrunde ist der Weg weit wie anspruchsvoll. Immerhin zählen zu den Pflichtstücken bei den Oboisten wahlweise Poulencs Oboensonate oder eine konzertante Verdi-Paraphrase von Antonio Pasculli. Die Saxofonisten müssen sich bei Bach oder Jacques Ibert beweisen, während die Klarinettisten sich zwischen Konzerten von Copland, Nielsen, Veress und Françaix entscheiden müssen.
Wer es dann im Laufe der öffentlichen Wettbewerbstage schafft, immer mehr Konkurrenten aus dem Feld zu blasen, der kann zum Schluss nicht nur mit dem ersehnten Preisgeldregen rechnen. Wie bei den bisherigen Gewinnern erhöhen sich auch die Jobchancen: So ist der armenische Saxofonist Koryun Asatryan, der seit 2005 Mitglied des Alliage Quintetts ist, als Solist international gefragter denn je. Und die türkische Fagottistin Zeynep Köylüoglu bekam schon zwei Jahre nach ihrem „hülsta woodwinds“-Sieg 2008 eine Festanstellung bei der Deutschen Radio Philharmonie. Wer ähnliche Ambitionen hat, sollte daher bis zum 10. Dezember seine Bewerbungsunterlagen losgeschickt haben.


hülsta woodwinds: 26.–30. März 2014

www.huelsta-woodwinds.com


Guido Fischer, RONDO Ausgabe 6 / 2013



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