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Reizvolle Anspruchslosigkeit: Mendelssohns Arbeitszimmer (c) Archiv Mendelssohn-Haus

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Auf den Spuren des Leipziger Mendelssohn

„In ihrer Einrichtung und ganzem Wesen herrscht neben allem Luxus und Reichthum eine so reizende Anspruchslosigkeit, daß man sich sehr wohl dabei befinden muß.“ Im Juni 1846 hatte Louis Spohr die Mendelssohns in ihrem Leipziger Wohnhaus besucht und zeigte sich von dem geschmackvoll eingerichteten Ambiente sichtlich angetan. Von 1845 bis zu seinem Tod 1847 bewohnte Felix Mendelssohn Bartholdy mit Ehefrau Cécile und den fünf Kindern die Beletage. Doch obwohl Leipzig auch dem Komponisten und Dirigenten seinen Ruf als Musikstadt zu verdanken hat, sollte diese musikhistorische Stätte mehr als Jahrhundert kaum bis gar keine Beachtung finden. Tatsächlich konnte erst 1993 die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung das Haus erwerben und es damit vor dem endgültigen Verfall retten. Und seit 1997 ist in der heutigen Goldschmidtstraße 12 (früher Königsstraße 5) das weltweit einzige Mendelssohn-Museum untergebracht.
So ist im Obergeschoss das 19. Jahrhundert in historisch authentischer Atmosphäre rekonstruiert worden – anhand auch originaler Möbel von Mendelssohn. Nun aber konnte der Ausstellungsparcours in einer zehnmonatigen Umbauphase bis ins Erdgeschoss erweitert werden. „Für uns ist es nun entscheidend, dieses historische Erbe mit Hilfe der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zu bewahren und dem Publikum noch intensiver erlebbar zu machen“, so Jürgen Ernst, Direktor des Mendelssohn-Hauses. „Die Räume des Erdgeschosses haben wir so lebendig gestaltet, dass man sich dank technischer Raffinessen unserer Zeit der Musikwelt von Mendelssohn nähern und umfassend mit dem Leben und Werk des Komponisten auseinandersetzen kann.“ Zu den Attraktionen des ausgebauten Museumsbereichs zählt so neben der 3-D-Projektion des Leipziger Mendelssohn-Denkmals das „Effektorium“. Dahinter verbirgt sich ein virtuelles Dirigentenpult, von dem aus der Besucher die einzelnen Instrumentengruppen eines Orchesters und etwa auch Mendelssohns „Sommernachtstraum“-Ouvertüre dirigieren kann. Zu den neuen dreidimensionalen Ausstellungsstücken hingegen zählt neben Kerzenleuchtern mit den Initialen „FMB“ auch ein bislang unbekanntes Aquarell des Hobbymalers Mendelssohn mit dem Titel „Comer See, Blick auf Cadenabbia“. Auf nach Leipzig!

Guido Fischer



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