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Hausbesuch bei der Callas

Ab 1910 informierte die französische Produktionsfirma Pathé ihre Landsleute in den Kino-Wochenschauen in kurzen Filmchen über Politik, Sport und Kultur. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte kam somit einiges an Material zusammen – auch an Kuriosa, wie sich im jetzt auf www.britishpathe. com zugänglich gemachten Archiv mit seinen rund 80.000 Videos entdecken lässt. Gerade für Musikfreunde lohnt sich das Stöbern: Da bestaunt man den neunjährigen Dirigenten Pierino Gamba, der 1945 in kurzen Hosen, aber mit dem Selbstbewusstsein eines Erwachsenen das Lamoureux Orchestra leitet. Mit Toscanini geht es im Sessellift hinauf in die Berge. Und während Isaac Stern in Australien einem Journalisten seine 100.000 Dollar-Geige vorstellt, sieht man Van Cliburn, wie er sich als frischgebackener Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbs den Gratulationskuss vom Jury-Vorsitzenden Emil Gilels abholt. Besonders empfehlenswert ist aber ein Besuch bei der schwerbeschäftigten Hausfrau Maria Callas 1958 in ihrem Mailänder Appartement. Da wird erst ein wenig an den Rosen gezupft – bevor es zur Erholung einen Hochprozentigen gibt.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 3 / 2014



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