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Henry Purcell, Jeremiah Clarke

Son Of England (Welcome To All Pleasures, Ode On The Death Of Henry Purcell u.a.)

Vincent Dumestre, Le Poème Harmonique, Les Cris de Paris, Katherine Watson, Nicholas Tamagna, Jeffrey Thompson, Geoffroy Buffière

Alpha/Note 1 ALP285
(56 Min., 11/2016)

Gerade mal 36 Jahre alte wurde Henry Purcell, als er in der Nacht zum 21. November 1695 verstarb. Todesursache war wahrscheinlich: die Tuberkulose. Doch wie etwa im Fall der gleichermaßen allzu früh verstorbenen Kollegen Mozart und Schubert hinterließ auch Purcell ein so umfangreiches Werk, dass manch anderer dafür zwei Leben benötigt hätte. Im Gegensatz zu diesen Kollegen wurde der Engländer aber schon zu Lebzeiten bewundert und gefeiert. Kein Wunder, dass bei seinem Begräbnis in der Londoner Westminster Abbey nicht nur Hymnen auf ihn gesungen wurden, sondern auch so manche für dieses Ereignis komponierte Trauermusik. Zu seinen Verehrern gehörte auch Jeremiah Clarke. Und seine „Ode On The Death Of Henry Purcell“ hat nun der französische Alte Musik-Dirigent Vincent Dumestre mit seinem Ensemble Le Poème Harmonique, dem Chor Les Cris de Paris sowie zumeist englischen Sängersolisten mit zwei Meisterwerken Purcells kombiniert. Clarkes musikalisches Epitaph ist jedoch das genaue Gegenteil eines tränenseligen Abschieds. Mit Pauken und Trompeten wird festlich und feierlich an den Verstorbenen erinnert. Wobei Clarke seine Ode in Form einer bisweilen ausgelassenen Hirten-Pastorale angelegt und hier und da so manche Notenzitate aus Purcells „Dido and Aeneas“ eingewoben hat. Und diese Mischung aus Kunst- und Volksmusik beherrschen Dumestre & Co. einfach glänzend, schwungvoll, aus dem Effeff. Doch auch in Purcells berühmten „Funeral Sentences For The Death Of Queen Mary II.“ sowie in der Jubel-Ode „Welcome To All The Pleasures” präsentieren sich die Instrumentalisten und Vokalisten auf phänomenalem Niveau. Schlank im Klang und perfekt in Intonation und Artikulation, offenbart man die gesamte Skala dieser zwei Werke, die von ungemein tiefer Ergriffenheit über das impulsiv Dramatische bis hin zur wiegenden Luftigkeit und ansteckenden Ausgelassenheit reicht. Great!

Guido Fischer, 03.06.2017



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