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Franz Schubert

Arien & Ouvertüren

Daniel Behle, L’Orfeo Barockorchester, Michi Gaigg

dhm/Sony 88985407212
(60 Min., 6/2016)

Franz Schuberts Glücklosigkeit als Opernkomponist in einer Zeit, als ein deutschsprachiges Singspiel in Abgrenzung vom übermächtigen italienischen und auch vom französischen Opernidiom gerade erst im Gange war, hat bewirkt, dass seine Bühnenwerke bis heute trotz mittlerweile zahlreicher ambitionierter Belebungs-Versuche ein Schattendasein fristen. Vielleicht ist ein Rezital wie das vorliegende, durch das der Hörer Arien und Ouvertüren aus verschiedenen Werken kennenlernt, genau der richtige Weg der Annäherung an diese weitgehend unbekannte Musik.
Daniel Behles lyrische Tenorstimme, sein klares Timbre und sein sehr direkter, natürlicher Umgang mit der Sprache sind hervorragend geeignet, uns Schuberts vom Lied her geprägtes Natürlichkeits-Ideal zu vermitteln. Man höre etwa die reizende Arie „Aus Blumen deuten die Damen gern“ („Die Freunde von Salamanka“ D 326) und genieße das überaus reizende Zusammenspiel der Kantilene des Sängers mit den zarten Einwürfen der Bläser und Streicher – ein wahrer Hort musikalischer Schönheit auf Basis hoher kompositorischer Ausdifferenzierung der Detailebene. Hier kommen nun Michi Gaigg und die brillant qualifizierten Mitwirkenden ihres L’Orfeo Barockorchesters sinn- und gewinnstiftend ins Spiel: Die prägnanten Timbres zeitgenössischer Instrumente beleben einen wahren Paradiesgarten klanglicher Reize. Zupackender, aber nicht weniger differenziert gehen sie zu Werk in den ebenfalls eingespielten Ouvertüren aus der „Zauberharfe“ und aus „Alfonso und Estrella“, deren sinfonische Qualitäten im Spannungsfeld klassischer Tradition und romantischer Innovation hervorhebend. Alles in allem eine großartige Zugangsmöglichkeit zu einem unterbewerteten Bereich in Schuberts Schaffen.

Michael Wersin, 10.06.2017



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