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Luigi Boccherini

Stabat Mater (Erstfassung 1781)

Dorothee Mields, Salagon Quartett, Miriam Shalinsky

Carus/Note 1 CAR83470
(72 Min., 7/2016)

Luigi Boccherinis „Stabat Mater“ ist an sich schon ein kleines Wunderwerk. Mit Dorothee Mields als Solistin kommt noch eine weitere Wunder-Dimension hinzu. Mields und das Salagon Quartett musizieren die erste Fassung des Stücks, entstanden im Jahre 1781 (zwei Jahrzehnte später präsentierte Boccherini noch eine Bearbeitung für Sänger-Terzett und Streichquintett). Schon im ersten Satz der vorliegenden Interpretation werden die unschlagbaren Vorzüge hörbar: Dorothee Mields kommt nicht nur hervorragend mit der eher tiefen Lage des Stückes zurecht – sie macht aus der „Not“, die manche Kolleginnen mit dieser Tessitura haben, sogar eine Tugend. Gerade die untere Mittellage und den Übergang in die Tiefe versteht Mields so brillant zu gestalten, dass die Wärme des sich elegant einmischenden Brustregisters immer wieder zur beglückenden Hörerfahrung wird. Andererseits läuft ihre Stimme in der höheren Lage so leicht und flexibel – die intensive Schulung im barocken Repertoire kommt ihr hier zugute –, dass jede kleine Verzierungsfigur in puncto Eleganz Erlebnischarakter hat. Gemeinsam mit den hervorragenden, ihr sensibel folgenden Streichern gestaltet die Sängerin zudem sehr textnah mit einer Art von Expressivität, wie sie dem klassischen, formal sehr ebenmäßigen und melodisch trotz des ernsten Sujets sehr eleganten Stil der Musik perfekt gerecht wird. Besser kann man es nicht machen.

Michael Wersin, 22.07.2017



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