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Sergei Tanejew, Alexander Borodin

Klaviertrios

Delta Piano Trio

Naxos 8573561
(64 Min., 3/2016)

Gut Ding will Weile haben – diese Volksweisheit hat das junge Delta Piano Trio aus den Niederlanden vorbildlich befolgt. Denn in den ersten drei Jahren nach der Gründung 2013 sammelte man auch bei (erfolgreichen) Wettbewerben nicht nur ausreichend Live-Erfahrung. Mit der immer größer werdenden technischen Souveränität stiegen Selbstbewusstsein, Schwung und Musizierfreude, wie nun die Debüt-CD dokumentiert. Und dass das weiterhin u.a. von Rainer Schmidt (Hagen Quartett) geförderte Delta Piano Trio durchaus schon jetzt einen eigenen Kopf besitzt, spiegelt die nicht gerade alltägliche Werkauswahl wider. Die Repertoire-Schwergewichte etwa von Mozart, Brahms und Dvořák hat man sich zwar für die Zukunft aufgehoben. Von der Substanz und dem manuellen Anspruch her sind aber die beiden Klaviertrios der Russen Sergei Tanejew und Alexander Borodin nun wahrlich nicht mal eben so aus dem Ärmel zu schütteln. Allein das viersätzige Trio op. 22 von Tanejew kann es nämlich von seiner über 40-minütigen Spieldauer her mit dem Klaviertrio seines Freundes Tschaikowski aufnehmen. Aber auch musikalisch ist es mit seiner Kontrapunktik, mit seinem entschlackten und dennoch reizvollen Pathos durchaus tschaikowskiesk „westlich“ angelegt. Die Musiker des Delta Piano Trios setzen daher denn auch vollkommen zu Recht auf eine ausgewogene Herangehensweise, die klassisches Formbewusstsein mit romantischem Ton verbindet. Ähnliches lässt sich über das 1860 begonnene, lediglich dreisätzig überlieferte Klaviertrio D-Dur von Alexander Borodin sagen, bei dem sich besonders Pianistin Vera Kooper mit ihrem erlesenen Spiel in der „Romanze“ zudem für höhere, solistische Aufgaben empfiehlt.

Guido Fischer, 29.07.2017



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