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Silvius Leopold Weiss

Frühe Lautenwerke

Joachim Held

Hänssler/Naxos HC16045
(70 Min., 1/2017)

Schon 2006 hatte sich Joachim Held diskografisch mit dem berühmten Lautenisten Silvius Leopold Weiss beschäftigt. Auf den beiden CD-Rezitals „Deutsche Lautenmusik aus dem Barock“ sowie „Barockmusik aus habsburgischen Landen“. Nachdem sich Held in den letzten Jahren der europäischen Lautenmusik von England über Frankreich bis Italien gewidmet hatte, ist er jetzt wieder zu Weiss zurückgekehrt. Und wie schon der Titel „Early Works/Frühe Werke“ andeutet, stehen nun Suiten bzw. Sonaten auf dem Programm, die vor Weiss‘ Anstellung an der Dresdner Hofkapelle im Jahr 1718 entstanden sind. Die ausgewählten Kompositionen stammen aus dem Zeitraum 1706 - 1717 und spiegeln nicht nur die einzelnen Karrierestationen wider, mit denen Weiss schon früh seinen Ruf als einer der bedeutendsten Lautenisten untermauerte. Die traditionell aus Tanzsätzen bestehenden Suiten, aber auch Einzelsätze wie eine Fantasie stehen für Weiss´ Können, den Einfluss der damals führenden Musiknationen Frankreich und Italien von hochvirtuos über galant bis introvertiert in seine Stücke einfließen zu lassen. Allein die Ausdruckspalette der fünfsätzigen c-Moll-Sonate ist derart reich, dass man es kaum glauben möchte, dass Weiss erst 19 Jahre alt gewesen sein soll, als er das Werk 1706 in Düsseldorf schrieb. Die Faszination an dieser „dreidimensionalen“, antivirtuosen Seelenmusik kann sich eben nur einstellen, wenn sie in den Händen eines Könners wie Joachim Held liegt. Der ganze Reichtum dieser Musik vermittelt sich aber nicht nur über Helds auch im Zarten funkensprühendes Spiel. Erheblichen Anteil an diesem 70-minütigen Lautenglücksmoment hatten auch die Tontechniker, da sie die Erlöserkirche in Vahrendorf in einen Aufnahmeort verwandelt haben, in dem die Laute und nicht der Hall der Star war.

Guido Fischer, 16.09.2017



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