Responsive image
Peter Tschaikowski, Anton Arenski u.a.

Russian Soul (Werke für Solisten und Streichorchester)

LGT Young Soloists

RCA/Sony 88985430882
(65 Min., 1/2017)

An Fördermaßnahmen für Musikertalente herrscht nun wirklich kein Mangel. Und wer in jungen Jahren schon mal in den Orchesterbetrieb reinschnuppern möchte, hat dazu ebenfalls in all den Jugendphilharmonien ausreichend Gelegenheit. Wenig verbreitet ist hingegen ein Konzept, das hinter dem Ensemble LGT Young Soloists steckt. Denn dieses Streichorchester besteht nicht einfach aus großartigen jungen Musikern im Alter von 12 bis 23 Jahren. Jeder von ihnen bekommt immer wieder auch seine Chance, hervorzutreten und solistisch zu brillieren – und dies alles stets ohne Dirigenten. Seit 2013 besteht dieses von den Künstlerischen Leitern Alexander Gilman und Marina Seltenreich gegründete Kollektiv. Und inzwischen ist man international viel auf Reisen und zu Gast bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival gewesen. Nach dem CD-Debüt „Italien Journey“ vor zwei Jahren haben die u.a. aus Deutschland, Israel, Russland und der Schweiz stammenden Musiker jetzt ein rein russisches Programm aufgenommen. Und auch dank der von Arrangeur Paul Struck eingerichteten Stücke wie Tschaikowskis „Valse-Scherzo“ für nun Violine und Streichorchester oder einer Variation aus Rachmaninows Paganini-Rhapsodie für Violine, Klavier und Streichorchester naschen die Musiker weniger am populären Repertoire als dass sie vielmehr ihr auch von zahlreichen Wettbewerbspreisen beglaubigtes Können unter Beweis stellen. Und ob es die gerade einmal 13-jährige Geigerin Lir Vaginsky ist, die in Rimski-Korsakows „Goldener Hahn“-Fantasie mit einem glänzenden Farben- und Nuancenspiel auftrumpft, oder der 16-jährige Cellist Carlo Lay, der in einer „Kleinen Ballade“ von Anton Arenski mit körperreichem Melos begeistert – diese beiden Beispiele stehen exemplarisch für ein erstaunlich hohes Niveau nicht nur im Solistischen. Hinter jeder Visitenkarte steckt ja unüberhörbar auch ein vorbildlicher Teamgeist.

Reinhard Lemelle, 14.10.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top