Auf dem Papier ist so ein Allstar-Duo, wie es jetzt Cecilia Bartoli und Sol Gabetta bilden, schon eine kleine Sensation. Aber gibt es dafür überhaupt das entsprechende Originalrepertoire? Oder mussten die Mezzo-Sirene Bartoli und die Cello-Sonne Gabetta auf handelsübliche Arrangements zurückgreifen? Erstaunlicherweise findet sich auf dem Album „Dolce Duello“ tatsächlich keine einzige Bearbeitung! Vielmehr haben die beiden Künstlerinnen, die von jeher ja auch für ihre musikwissenschaftliche Neugier bekannt sind, Werke aus dem riesigen Barockfundus aufstöbern lassen, bei denen die menschliche Stimme und das Streichinstrument Seit an Seit musizieren können. Quer durch die vorrangig erste italienische Opernliga des frühen 18. Jahrhunderts, von Antonio Caldara über Antonio Vivaldi bis zu Tomaso Albinoni und dem Wahl-Italiener Händel reicht da der Bogen. Und ob es sich dabei um erlesene Romanzen oder um federnd-schnittige Arien handelt: Bartoli und Gabetta musizieren derart seelenverwandt aus einem Guss und auf einem Atem, dass es nur so eine Wonne ist. Zumal mit der von Andrés Gabetta angefeuerten Alte Musik-Truppe Cappella Gabetta eine exzellente Mannschaft mit dabei war, die aus dem Hintergrund für weiteren Zauber und zusätzliche Energieladungen sorgte. Weil man das Album aber nicht auf Biegen und Brechen noch mit so manchen Arrangements füllen wollte, überließ Bartoli Gabetta komplett das Finale des Albums. Und wie könnte es anders sein: Im D-Dur-Cellokonzert von Luigi Boccherini war die Gabetta ebenfalls brillant bei Stimme.

Guido Fischer, 23.12.2017



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