Responsive image
Georg Friedrich Händel

Great Oratorio Duets

Carolyn Sampson, Robin Blaze, Orchestra of the Age of Enlightenment, Nicholas Kraemer

Bis/Klassik Center SACD-1436
(70 Min., 1/2005) 1 CD, SACD

Im Jahre 2003 präsentierten mit Suzie Leblanc und Daniel Taylor schon einmal zwei Stars der Alte-Musik-Szene eine sehr schöne CD mit Händel-Duetten (Love Duets). Vor diesem Hintergrund zwei gute Nachrichten. Erstens: Die vorliegende neue CD bietet ein von der älteren Einspielung vollkommen verschiedenes Repertoire - kein einziger Titel ist auf beiden CDs vertreten. Zweitens: Wer die ältere Veröffentlichung schätzt, wird auch die neuere sehr gern mögen - Carolyn Sampsons und Robin Blazes Stimmen mischen sich hervorragend, und die beiden erfahrenen Sänger ziehen interpretatorisch durchweg an einem Strang, kompetent und profiliert unterstützt übrigens vom Barockrezital-erfahrenen "Orchestra of the Age of Enlightenment" unter Leitung von Nicholas Kraemer. Einziger winziger Wermutstropfen: Robin Blaze befindet sich in puncto stimmliche Frische nicht hundertprozentig auf demselben Niveau von Carolyn Sampson; hin und wieder trüben leicht strohige oder etwas spitze Töne die prinzipiell durchaus bemerkenswerte Schönheit seines Vortrags. Um Carolyn Sampsons Gesang braucht man sich - hoffentlich noch lange - keinen solchen Gedanken zu machen: Ihr in allen Lagen gleichermaßen gut ansprechender, angenehm warm timbrierter Sopran ermöglicht einen jeder Zeit vollständig von der Ausdrucksintention her bestimmten Vortrag - "schlackenfrei" pflegte die ältere Vokalmusikkritik solch begnadeten Gesang zu nennen. Und so lasse sich dieser Hörer einmal mehr in die Wunderwelt der händelschen Oratorien entführen: Ob nun im traumhaft schönen Abschiedsduett der frühchristlichen Märtyrerin Theodora und des in sie verliebten römischen Soldaten Didymus oder im ausgelassen-bewegten Liebesdialog der Achsah und des Osniel "Our limpid streams" aus "Joshua" - immer bietet uns das für diese Aufnahme glücklich ausgewählte Ensemble eine nahezu perfekte Interpretation, die zu Herzen geht.

Michael Wersin, 01.09.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top