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Karl Amadeus Hartmann

Concerto funebre, Sinfonien Nr. 2 und 4

Vladimir Spivakov, Gürzenich-Orchester Köln, James Conlon

Capriccio/Delta 4 006408 108931
(73 Min., 1/2001, 6/2001, 8/2001) 1 CD

Schön, dass Karl Amadeus Hartmann allmählich zu einer festen Größe zumindest auf dem Plattenmarkt wird. Auch schön, dass James Conlon sich seiner angenommen hat. Conlon, der mit seinem Gürzenich-Orchester einige maßstabsetzende Interpretationen der Orchesterwerke Zemlinskys und Schrekers eingespielt hat, begreift Hartmann aus dem Geiste der Spätromantik heraus, was zumindest einen diskussionswürdigen Ansatz darstellt und in den beiden für diese CD aufgenommenen Sinfonien positive Folgen zeitigt.
In der einsätzigen Zweiten mit dem Titel "Adagio" geht Conlon mit wesentlich mehr Geduld zu Werke als der doch etwas zu sachlich und kursorisch agierende Metzmacher (siehe Rezension), präsentiert ein viel wärmeres Gesamtbild und fördert auch viele Finessen der fast orientalisch farbigen Instrumentation zu Tage, die Metzmacher entgingen oder nicht interessierten.
Weniger schön hingegen, dass Wladimir Spiwakow den Solopart im "Concerto funebre" übernommen hat und ihn auf ein gleichmäßiges, kaum je modifiziertes "Bel-canto"-Mezzoforte reduziert. Vollends unschön schließlich ist Spiwakows Eigenschaft, besonders in den langsamen Sätzen mit Überdruck und großem Vibrato jeden Ton einzeln zu akzentuieren und damit die melodische Linie zu zerstören. Der Effekt ist derart enervierend, dass er mir, trotz der trefflichen Orchesterbegleitung, jede Freude an der Musik verdirbt.
Wer das herrliche Werk kennen lernen möchte, greife zu den Einspielungen mit Thomas Zehetmair (Teldec) oder Isabelle Faust (ECM).

Thomas Schulz, 28.11.2002



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