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Alexander von Zemlinsky

Sämtliche Orchesterlieder

Soile Isokoski, Violeta Urmana, Andreas Schmidt, Michael Volle, Gürzenich-Orchester Köln, James Conlon

EMI 5 57024 2
(73 Min., 9/1998, 11/1998, 10/1999) 1 CD

Auch wenn die Renaissance des Mahler-Zeitgenossen und Schönberg-Mentors sich bereits vor einem halben Jahrhundert ankündigte, ist doch erst in den neunziger Jahren ein Boom um Alexander von Zemlinsky entstanden. Erheblichen Anteil hat daran das Dreigestirn um den Musikwissenschaftler Antony Beaumont, der die Dirigenten Gerd Albrecht und James Conlon ständig mit neuem "Stoff" aus dem Zemlinsky-Archiv versorgt. Besonders Conlon konnte sich hierbei als ein hellwach zu Werke gehender Spezialist ausweisen, der von purer Schwelgerei wenig hält.
Wie schon bei den Zemlinsky-Opern verzichtet er auch bei den Orchesterliedern auf Oberflächen-Kulinarik und richtet stattdessen den Blick auf die atmenden Partiturporen und damit auf die höchst ausdifferenzierte Klangfarbenpalette Zemlinskys. Was nicht nur den "Sechs Maeterlinck-Gesängen" op. 13 zugute kommt, deren verführerische Schönheit plausibel in expressionistisches Profil umschlägt.
Auch dank der hinreißend klaren, dennoch warm timbrierten Mezzostimme von Violeta Urmana, die lyrische Verinnerlichung und unmittelbare Klangrede zusammenbringt und nicht wie Anne Sofie von Otter in den harmonischen Fluten versinken will. Wie übrigens das gesamte, schon in früheren Zemlinsky-Produktionen herausragende Solisten-Quartett die von Conlon angegangene Detailarbeit in seinen Aufschwüngen und Verdichtungen durchgehend spannungsvoll und farbintensiv einlöst. Und das auch in den beiden "Gesängen für Bariton" in der von Antony Beaumont komplettierten und orchestrierten Fassung, die als Ersteinspielung vorliegen. Zwei verklärende, von Ferne Richard Wagner herbeizitierende Werke, in denen Andreas Schmidt zwischen melismatischen Vokalisen und komplizierten Intervallsprüngen das Poetische ohne sentimentalen Nachdruck wiedergibt.

Guido Fischer, 20.07.2000



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