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Sergei Rachmaninow

Sinfonische Tänze op. 45, Suiten Nr. 1 & 2 für zwei Klaviere

Emanuel Ax, Yefim Bronfman

Sony 61767
(79 Min., 2/1999)

Vom ersten Ton an ist klar: Emmanuel Ax und Yefim Bronfman strotzten vor Spiellust, als sie sich im Doppelpack auf Rachmaninow stürzten. Selten ist in den vergangenen Jahren eine Klavieraufnahme erschienen, in der Drahtseilakte so unbekümmert ohne (retuschierende) Netze angegangen und mit Bravour gestanden wurden. Was die manuelle Souveränität, das musikantische Fleisch und Blut angeht, so hätten Ax und Bronfman wohl am liebsten noch einige Zugaben-Salti geschlagen.
Dabei sind die drei Werke für zwei Klavier eigentlich weder Fisch noch Fleisch. Um als reine, spätromantische Narkotika durchzugehen, besitzen die beiden Suiten des jungen Rachmaninow bereits zuviel intellektuellen Schliff. Und das Original der später für Eugene Ormandy orchestrierten "Sinfonischen Tänze" distanziert sich mit seinem Willen zum Wühlen davon, ein wirklicher Geniestreich sein zu wollen.
Wie Ax und Bronfman in das Eingangs-"Allegro" der Tänze sofort mit gestählter Brust einfallen und Klangüppigkeit in eine flexible Ausdrucksskala umgestalten, ist der erste Schritt in eine Klangwelt, die hier ständig ihre Kraftfelder und Temperaturen ändert. Bis ins Elegische reichende Wendungen stehen da auf Augenhöhe mit den fast überhitzten Steigerungen. Impressionistisch angedeutete Harmonie-Zersetzungen stehen wirkungsvoller Motorik à la russe und einem tonmalerischen Glockenfinale der 1. Suite gegenüber. Die Konturen behalten bei aller Wucht ihre Prägnanz, das Ekstatische verfällt nie ins Hektische.

Guido Fischer, 20.12.2001



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