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Sergei Rachmaninow

Konzerte für Klavier und Orchester Nr. 1 u. 2

Krystian Zimerman, Boston Symphony Orchestra, Seiji Ozawa

DG/Universal 459 643-2
(62 Min., 1997, 2000) 1 CD

Skrupulös wäre wohl das richtige Attribut für diesen außerordentlichen Künstler. Denn auf eine Aufnahme von Krystian Zimerman müssen (oder auch: dürfen) seine Fans, muss auch seine Plattenfirma oft genug jahrelang warten. Doch nicht Eitelkeit oder Koketterie sind der Grund für dieses künstlerische Innehalten, sondern der tief sitzende Ernst, mit dem Zimerman sich jeder seiner Interpretationen widmet. Das Ergebnis hat ihm bislang stets Recht gegeben: So ein neues Album das Licht der Weltöffentlichkeit erblickte, ward der Hörer zumeist in seinem Sessel gefesselt.
So auch diesmal wieder. Gemeinsam mit dem blenden aufgelegten, gleichermaßen athletisch wie ästhetisch aufspielenden Boston Symphony Orchestra unter Seiji Ozawa hat sich Zimerman der Klavierkonzerte Nummer eins und zwei von Rachmaninow angenommen. Und sie, um sogleich zur Hommage anzuheben, in einer Art und Weise auf die Scheibe gebannt, die schlicht ergreifend, ja hinreißend ist. Man glaubt ja immer, diese viel gespielten Werke auswendig zu kennen. Ein veritabler Irrtum dies: Welche Stimmen hört man hier plötzlich aus dem Dickicht heraustreten. Welche harmonischen Raffinessen aufleuchten. Welche Melodien zur Sonne streben. Und zugleich welche Leidenschaft aus dem Geiste des "Sturm und Drang" sich entfalten innerhalb dieser strukturellen Klarheit. Kurzum: Es ist ein hoher Genuss. Und der Beweis wieder einmal angetreten, dass wundervoll Ding´ eben Weile haben möcht´. Wir warten gerne, lieber Krystian Zimerman. Auf die nächste Glanztat.

Tom Persich, 01.05.2004



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