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What Are Days For?

Flexkögel

Minor Music/Inakustik MM 801112
(53 Min., 12/2002) 1 CD

Die Sängerin Britta-Ann Flechsenhar und der Gitarrist Christian Kögel können auf eine respektable Jazz-Ausbildung zurückblicken, die sie dazu befähigt hat, die Stimme als Instrument und das Instrument als beeindruckenden solistischen Klangkörper einzusetzen. Wertvolles Wissen, das man aber auch ganz anders einsetzen kann, als sich die Schulweisheit träumen lässt.
Flexkögel, das Quintett unter der Federführung des Paares, hat mit Jazz auf den ersten Blick nicht gerade viel zu schaffen. Gut: Eine traumvernebelte Interpretation des Nat-King-Cole-Klassikers "When I Fall in Love" beschließt die Debüt-Aufnahme des Projekts, am Anfang steht Leonard Bernsteins "Somewhere"-Finale aus der "West Side Story". Dazwischen aber spielt der Pop verrückt. Hier treffen wunderliche Wurlitzer-Klänge auf Samples aus Berliner Parklandschaften, vermengen sich Hawaii-Gitarren mit TripHop-schwermütigem Schlagwerk, suchen verirrte Mädchenstimmen Schutz hinter mächtigen Kontrabässen. In den Songs geht es um durchgeknallte Hippie-Frauen, den Tod oder Bewusstseinstrübungen.
Das klingt jetzt vielleicht etwas wirr. Aber Flechsenhar, Kögel, Keyboarder Bene Aperdannier, Bassist Paul Kleber und Drummer Martell Beigang bekommen es hin, selbst die abseitigsten Themen, Stil-Brüche und Sound-Ideen als in sich ruhende Kleinkunst-Werke erscheinen zu lassen. Vor allem der variable Gesang Flechsenhars wirkt Wunder in dieser seltsamen Parallelwelt, wo sich Pop, Dada, Jazz und Rock ’n’ Roll mit feinem Grinsen die Hand reichen. Wie heißt es im CD-Auftakt "Somwhere" doch so schön: "There’s a place for us". Flexkögel haben ihren Platz zwischen den Stühlen gefunden.

Josef Engels, 17.04.2004



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