Responsive image

Together Again!

Benny Goodman-Quartet

Bluebird/BMG 09026 63881 2
(41 Min., 2/1963, 8/1963) 1 CD

Überraschenderweise erweist sich der Schlagzeuger Gene Krupa bei dieser Wiedervereinigung einer einst bahnbrechenden Formation der Swing-Ära als die dominierende Persönlichkeit. Die Originalbesetzung des von Lionel Hampton, der gerade vom Schlagzeug zum Vibrafon konvertiert war, ergänzten Benny-Goodman-Trios hielt nicht lange: Nicht nur der Leader an der Klarinette, auch seine drei Begleiter wurden bald so populär, dass sie eigene, wiederum höchst beliebte Orchester gründeten, die sie wie Teddy Wilson, der Grandseigneur des Swing-Pianos, bei Bedarf wieder zum Sextett oder zum Trio verschlankten.
Krupa, ein hervorragender Big-Band-Schlagzeuger, aber ein in Wirklichkeit rhythmisch recht schwerfälliger Musiker, fällt deshalb so sehr aus dem Rahmen dieser im übrigen sehr ansprechenden Aufnahme, weil er auf den wohlbekannten, monauralen Aufnahmen der Schellack-Ära akustisch schon deshalb im Hintergrund agierte, um etwa die Klarinette nicht zu übertönen. Nun unterschätzt er die eigene Lautstärke wegen der langjährigen Tätigkeit in Großbesetzungen zusätzlich.
Auf dieser sorgfältig produzierten Stereoaufnahme fällt bei allem hörbaren Enthusiasmus seines Spiels umso stärker der Mangel an echtem Swing-Feeling auf, den Krupa zeitlebens durch ein überbordendes Showtalent kompensierte. Da aber Goodman, Hampton und Wilson so gut gelaunt wie eh und je agieren, sollte diese kleine Einschränkung niemand abschrecken.

Mátyás Kiss, 18.04.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wer hätte gedacht, dass Richard Strauss auch so schlank und kurzweilig komponieren konnte! Für alle, die bisher Strauss vor allem über den opulenten „Rosenkavalier“ oder seine klangprächtigen Tondichtungen wie „Till Eulenspiegel“ und „Don Quixote“ kennen gelernt haben, ist vielleicht die Bühnenmusik zu „Der Bürger als Edelmann“ eine wohltuend erfrischende Erfahrung. Das Projekt entstand aus dem absurden Plan heraus (ausgeheckt von Strauss und seinem Lieblings-Librettisten […] mehr »


Top