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Franz Schubert

Messen G-Dur D 167, C-Dur D 452, Deutsche Messe D 872

Ildikó Raimondi, Helmut Wildhaber u.a., Hugo-Distler-Chor Berlin, Martin Haselböck, RIAS Kammerchor, Wiener Akademie, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Marcus Creed

Capriccio/Delta 10 843
(71 Min., 7/1995, 11/1986) 1 CD

Wer den RIAS-Kammerchor unter Marcus Creed jemals im Konzert gehört hat, weiß, dass eine Konkurrenz mit anderen Chören diese ziemlich alt aussehen ließe. Dies hat man bei der neuen CD von Capriccios Schubert-Edition gerade soeben vermieden: Da singt zwar vor dem RIAS-Kammerchor der Hugo-Distler-Chor, und der ist auch nicht schlecht, wirkt aber doch lange nicht so ausdrucksstark, so ausgewogen in Klang und Stimmbalance wie Creeds Ensemble - doch wurden ihm mit den Messen in G-Dur (D 167) und C-Dur (D 452) die weitaus expressiveren, auf deutlich individuellere und emotionalere Weise vertonten Messen anvertraut.
Marcus Creed hingegen dirigiert die von Schubert bewusst volkstümlich-schlicht gehaltene Deutsche Messe; dort hält er sich im Ausdruck zurück, weil das Werk dies so verlangt.
Dagegen fordert Martin Haselböck von seinem Chor alle Differenzierung und alles innere Engagement ein, das dieser einzubringen imstande ist. Weil er vor allem mit der Sopranistin Ildiko Raimondi und dem Tenor Helmut Wildhaber ebenso intensiv wie tonschön gestaltende Solisten an seiner Seite hat, gerät ihm vieles enorm eindrucksvoll. So reichte allein das Agnus Dei der G-Dur-Messe aus, um mich, die ich Schuberts Kirchenmusik bislang für größtenteils eher konventionell und langweilig hielt, in heftige Selbstzweifel zu stürzen.

Susanne Benda, 08.03.2001



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