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Franz Schubert

Klaviersonaten D 568, D 845

Alain Planès

HMF/Helikon Harmonia Mundi HMC 901723
(68 Min., 2000) 1 CD

Bereits an dem ersten spannungsgeladenen Motiv von Schuberts "Grande Sonate" in a-Moll D 845 von 1825 erkennt man die Handschrift von Alain Planés, seinen Zugang zu Schuberts Musik. Es ist ein intellektueller Zugriff: Klarheit, Struktur, Transparenz scheinen Planés oberste Maxime. Technische Präzision und Sauberkeit bei Läufen, Akkordverdichtungen und anderen Schwierigkeiten der Partitur sind ihm dabei selbstverständlich.
Doch bei aller Liebe zu den Details und bei aller Sorgfalt: oft gerät Planès das Ganze aus dem Visier, kommt ihm die Spannkraft, der innere Schwung, der alles binden sollte, abhanden. Planès' innere Anspannung überträgt sich leider nicht in die Musik und so bleibt alles nur ein äußerlicher Akt. Da hilft es wenig, dass er bei den jäh auftauchenden Forte-Schlägen oder Fortissimi-Läufen in die Tasten donnert; das bringt dem Stück nicht jene drängende ekstatische Ausdruckskraft, die in ihm angelegt ist. Unter den Händen von Planès wird Schuberts Musik zu einer Musik ohne Geheimnis, ohne Abgründe und das in einem Werk (D 845), das voller Todessehnsucht ist und im ersten Satz an einer Stelle die Stimmung des Liedes "Totengräbers Heimweh" aufnimmt.
Im sehr lesenswerten Beiheft-Essay von Hinke heißt es, Schuberts Klaviermusik habe lange unter den Vorurteil gelitten, zu "seicht" im Tonfall und "bieder" im Geiste zu sein. Schade, dass dieses Vorurteil durch die Interpretation teilweise bestätigt wird.

Teresa Pieschacón Raphael, 18.10.2001



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