Responsive image
Franz Schubert

Streichquintett C-Dur D 956

Christian Poltéra, Auryn Quartett

Tacet 110
(53 Min., 2001) 1 CD, http://www.onlybeck.de/index_klassik.php?artnr=1000044777&bereich=klassik&partner=3

Kaum ein Kunstwerk ist imstande uns Menschen so viel Trost zu spenden wie Schuberts Streichquintett C-Dur. In einem einzigen Produktionsrausch in Schuberts letzten Lebensmonaten 1828 erschaffen, ist das gewaltige Werk ein Schöpfen aus der Tiefe inneren Lebens, ein Ausdruck von Schuberts seelisch angespannter Lage, ein grandioses Zeugnis seiner Genialität.
Diesem Mysterium auf der Spur ist das Auryn-Quartett, zu dem der Cellist Christian Poltéra als fünfte Stimme tritt. Die Musiker überzeugen durch Feinarbeit in den Details, durch Präzision in der Dynamik, durch klangliche Leuchtkraft und große Transparenz im Klanggefüge. Zudem gehen sie nicht - wie viele berühmte Kollegen - nachlässig mit den Wiederholungszeichen der Partitur um.
Die Proportionen des Werkes werden so gewahrt und nicht verschoben. Jeder Sentimentalität wird ausgewichen und jedes billige Auftrumpfen wird vermieden, obwohl sie das Scherzo durchaus mit "brahmsscher" Wucht angehen und ihre helle Freude an manchem wüsten fff im Finale nicht zu überhören ist.
Dem Schwebenden indes, den Traumgesten, der Ambivalenz, die dieser Komposition eigen ist, kommen sie nicht wirklich nahe. Sie scheint unfassbar.

Teresa Pieschacón Raphael, 07.03.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top