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Franz Schubert

Rosamunde

Gert Westphal u.a., WDR Rundfunkorchester, Helmuth Froschauer

Capriccio/Delta 67009/10
(98 Min., 9/2000) 2 CDs, http://www.onlybeck.de/index_klassik.php?artnr=1000045200&bereich=klassik&partner=3

Schauspielmusiken haben es nicht leicht, schon gar nicht solche, die zu dem Werk einer unbekannten Dramatikerin komponiert wurden. Und so wurde am 20. Dezember 1823 die Premiere von Helmina von Chézys romantischem Schauspiel "Rosamunde, Fürstin von Zypern" zur Musik von Franz Schubert ein Misserfolg - zumindest für die Dichterin. Schubert selbst sah sich genötigt, seine Musik in einer Fassung für Klavier vor dem Untergang zu bewahren. Die Dichterin tröstete er in einem Brief, dass er "überzeugt von dem Werthe der Rosamunde" sei und er hoffe, dass seine Musik im Falle einer neuerlichen Aufführung des Stückes mitherangezogen werde. Er meinte dies nicht nur im Hinblick auf die Tantiemen, sondern weil er zeitlebens in der Theaterhauptstadt Wien um die Anerkennung als Opern- und Theatermusikkomponist rang.
Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts fand man zwei handschriftliche Quellen, die belegen, dass Chézys gesprochene Verse den Schwerpunkt des Spiels ausmachten und Schuberts Musik meistens dann erklang, wenn der Vorhang geschlossen war und sozusagen als Überleitung diente. Dem WDR und dem Rundfunkorchester Köln unter Helmuth Froschauer ist nun eine Wiedergabe zu verdanken.
Trotz aller Verdienste muss man einräumen, dass eine konzertante Aufführung ziemlich spannungslos bleibt. Das hängt nicht mit der Musik-Darbietung zusammen - Froschauer musiziert anmutig und gefühlvoll. Doch zähen Dialogen folgen zu müssen - ohne Bühnenmaschinerie und inszenierte Handlung -, ist nicht jedermanns Sache; selbst wenn der Text wie hier von herausragenden und einfühlsamen Schauspielern - allen voran Gert Westphal - ganz unaffektiert dargeboten wird.

Teresa Pieschacón Raphael, 11.07.2002



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