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Diverse

Let It Snow

Chanticleer

Warner 8122 799671
(51 Min., 2/2007, 3/2007) 1 CD

Brandneu macht sie sich auf den Weg zu den Weihnachtsgabentischen in aller Welt, die neue kunterbunte Weihnachtsknabbermischung des Ensembles Chanticleer. Zu knabbern hatte der Autor vor allem an der bearbeiteten Version von Schuberts "Ave Maria". Erste Strophe: Harfe (gebrochene Begleitakkorde) plus Streicher im Unisono (Melodie). Zweite Strophe: Harfe plus Gesangsensemble im unisono, ab der Mitte zuzüglich eines akkordischen Streicher-Überchores. Gesungen wird das lateinische "Ave Maria", das zwar nicht auf Schuberts Melodie passt, aber gegenüber dem schrecklichen Originaltext aus Walter Scotts "Fräulein am See" wenigstens den Vorteil hat, liturgischen Ursprungs zu sein. Sei’s drum, ansonsten gibt es immerhin eine Menge raffinierter Harmonie- und Klangzaubereien auf dieser CD: Teilweise (so etwa in der Intro zu "Let it snow" oder in "O come, all ye faithful") begibt man sich auf die Spuren von Take 6, ohne freilich deren unbestechliche Intonationsreinheit und cooles Timing erreichen zu können, teilweise bescheidet man sich auch mit ganz einfachen Chorbuch-Arrangements ("Ding Dong! Merrily on high!" aus dem Cambridge Carol Book), die dann aber immerhin durch akzentuierte Konsonanten ("the bells are rinnnginnng") aufgepoppt werden; in den Mittelstimmen klappern hier leider gelegentlich die Achtelketten. In "O, Holy night" bricht das explosive Gemisch aus biederem Chorknabensolo und aufgetürmten Hu-Hu-Summereien, das sich in der letzten Strophe zu offensiv missionarischem Gospel-Duktus à la Baptist Church steigert, dann irgendwie in sich zusammen – zumindest für den mitteleuropäischen Hörer: Zu viel fette Gans, schweres Weihnachtsgebäck, Likör. Erholung ist nötig. Man bewaffne sich für Weihnachten unbedingt zusätzlich mit Gregorianik und Palestrina, sonst ist die Magenverstimmung unvermeidlich.

Michael Wersin, 07.12.2007



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