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Jean-Philippe Rameau

Pièces de clavecin en concerts

Trevor Pinnock, Rachel Podger, Jonathan Manson

Channel/helikon harmonia mundi 19002
(67 Min., 5/2002) 1 CD

Musikalische Porträts und Charakterbilder bilden die Basis der fünf Konzerte, die Jean-Philippe Rameau 1741 herausbrachte. Da tauchen seine Kollegen Marais und Forqueray auf; nimmt Rameau uns in den Lustgarten "Le Vézinet" mit und in "L'Indiscrète" die menschlichen Tugenden aufs Korn. So vielseitig und vor allem kurzweilig diese Miniaturen sind, so verlieren sie nichts an ihrem Reiz auch dann, wenn heute nicht mehr alles auf Punkt und Komma identifizierbar ist. Was für Rameaus kunstvolle, zeitlose Leichtigkeit spricht, für die er noch Zeit fand, als er in übervoller Opern-Arbeit steckte.
Die Ideenvielfalt, mit der Rameau die Tragédie lyrique aus ihrem Korsett befreite, ist in den Pièces de Clavecin en Concerts eher auf Sparflamme ausgekostet. Vielmehr ist es eine Barockmusik des asketischen Flanierens, für das ein auf historische Authentizität setzendes Klangbild sorgt. Das Trevor Pinnock-Trio zerreibt zwar die Melodielinien, verzichtet auf Affektüberladung. Dennoch werden dann wieder die einzelnen Partikel intensiv ins musikalische Leben zurückgeholt, ist es ständiger Wechsel aus melancholischer, die französische Gamben-Tradition befragender Tiefe und einer tänzerischen Beschwingtheit, die keine Schweißperlen lostreten will. Zumal das Miteinander der drei Musiker von einer genau ausgeloteten Erlesenheit ist, die aus sich heraus besticht.

Guido Fischer, 10.05.2003



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