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Jean-Philippe Rameau

Concerts, Le berger fidèle, Thétis u.a.

Karine Deshayes, Alain Buet, Benjamin Lazar, Les Musiciens de Monsieur Croche

Alpha/Note 1 ALP067
(72 Min., 11/2003) 1 CD

Fast ein Jahrhundert lang blieben Claude Debussys schwärmerischen Worte ohne Echo, die er über Jean-Philippe Rameau verlor. Über seinen Landsmann, der musikalisch "jeden Wortschwall mied" und stattdessen "Geist besaß". Heute bestätigt der Rameau-Boom längst die Lobeshymnen, mit denen Debussy seine Artikel unter dem Pseudonym Monsieur Croche füllte. In Erinnerung an diesen Visionär und Verfechter des französischen Barock-Esprits hat sich daher auch ein glänzendes Barock-Ensemble frei nach "Monsieur Croche" benannt und auf kammermusikalischem Raum Rameau als aristokratischen Instrumental- und als weltlichen Kantaten-Komponisten porträtiert. Und dies schaffen Les Musiciens de Monsieur Croche mit einer geschmackvollen Dignität und einem unverkrampften Edelmaß, dass zudem reichlich Platz bleibt für vital-pastorale Leichtigkeit und rhythmischen Schwung. Schließlich stecken hinter den Concerts Nr. 1, 3 u. 5 für Flöte, Streicher und Cembalo oftmals Zeitgenossen und Landschaften, denen Rameau ein Denkmal setzte. Und wenn beispielsweise im Concert Nr. 3 die Violine und das Cembalo sich als "Tambourins" verausgaben, dann werden Rameau-Kenner sofort ein Déjà-vu haben und diesen kleinen Satz aus den Opern "Dardanus" und "Castor et Pollux" wiedererkennen.
Diesen herrlich aufgetischten Rameauiaden steht eine ganz besondere Perle der Dichtkunst gegenüber. "Défense de la basse de viole, contre les entreprises du violin et les prétentions du violoncel" lautet die Apologie der Gambe, die ein Monsieur Hubert Le Blanc 1740 niederschrieb. Mit streng klassizistischer, ganz an Racine und Corneille erinnernder Rezitationskunst erweckt jetzt Benjamin Lazar diesen musiktheaterreifen Dialog zum Leben, in dem die Vorzüge der Gambe und ihre "weibliche Harmonie" gepriesen werden. Während für die Überheblichkeit der in Mode gekommenen "Don" Violine nur kultiviert gekleideter Spott bleibt. Auch Monsieur Croche hätte daran seine helle Freude gehabt.

Guido Fischer, 25.06.2005



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