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Jean-Philippe Rameau

A Basket Of Wild Strawberries

Tzimon Barto

Ondine/Note 1 1067-2
(76 Min., 2/2005) 1 CD

Es ist nie zu spät, um zum Rameauyen zu werden. Erst 2001, so berichtet der amerikanische Pianist Tzimon Barto im Booklet zu seiner CD "A Basket of Wild Strawberries", hätte er zunächst die überkomische Froschoper "Platée" unter Marc Minkowski live erlebt. Zwei Jahre später dann: "Les Boréades" unter William Christie. Bei solchen Meisterwerken und Meisterinterpreten musste zwangsläufig und ungefiltert das Rameau-Fieber bei ihm ausbrechen. Und es hat angehalten bis zu diesem Klavier-Recital, für das Barto aus vier zwischen 1706 und 1728 veröffentlichten Cembalo-Heften eine Auswahl von nun 21 Charakterstücken getroffen hat. Dass er die Qual der Wahl gehabt haben muss, verdeutlicht allein die fast ausgereizte Aufnahmekapazität der CD. Welcher Klavier-Orpheus in dem Herrn Barto aber ist, beweist er in jeder Notenpore, in jeder Sarabande und in jedem tonmalerischen Vogelgezwitscher.
Von der gesamten Cembalo-Motorik hat er sich dafür komplett verabschiedet, kostet er jetzt sämtliche Möglichkeiten des Klaviers bis hin zu einem wunderbaren Legato-Spiel aus - bei dem jedoch sämtliche Wendungen und Gedanken, Liebkosungen und Verträumtheiten durchhör- und miterlebbar bleiben. Dass Barto dafür vorrangig auf intim-lyrische Kostbarkeiten gesetzt hat, ist gar nicht laut genug zu bejubeln. Denn so kann er mit Facetten und Schattierungen spielen, die das Ohr und Gemüt elegant und innig verwöhnen (Musette en rondeau), mit kunstvoll iberischen Temperaturen umschmeicheln (Tambourin) - und die in eine Melancholie entführen (Les Tendres Plaintes), die nie ein Ende haben mag.

Guido Fischer, 14.07.2006



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