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Maurice Ravel, Claude Debussy

Streichquartette

Párkányí Quartet

Praha Digitals/harmonia mundi PRD 250 208
(56 Min., 12/2003) 1 CD

Zwei französische Streichquartette aus der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert, deren zauberhafte Eleganz und geschmeidige Fluidität Faszination hervorrufen, gleichzeitig lässt ihre harmonisch reiche und expressive Tonsprache den dafür empfänglichen Hörer immer wieder erschauern. So ähnlich sich die beiden Werke im klanglichen Endergebnis immer wieder zu sein scheinen, so verschieden ist doch der jeweilige Ansatz des Komponisten: Während Debussy 1893 sein sehr distanziertes Verhältnis zur klassischen Form und zu den Techniken der motivisch-thematischen Arbeit demonstrierte, befand sich Ravel 1903 noch in einer Phase der Anlehnung an ebendiese klassischen Ideale, wie sie vor allem von César Franck nachhaltig proklamiert worden waren: Zyklische Anlage und klassische Verarbeitungsmodelle sind im späteren der beiden hier vorgestellten Werke noch überaus präsent.
Das hervorragende Párkányí Quartet wird dem prägnanten französischen Idiom auf allen Ebenen gerecht: Der dichte, süffige Klangstrom, den die Musiker zu produzieren vermögen, entsteht durch eine hinsichtlich des Maßes an Vibrato sowie der Intensität der Tonproduktion ausgesprochen sorgfältig aufeinander abgestimmte Spielweise der Musiker; auch artikulatorisch ist man stets absolut kongruent. Die für diese Musik notwendige leidenschaftliche Fülle des Timbres führt dadurch niemals zu zähflüssigem Pastoso. Vielmehr bewegt das Quartett sich absolut souverän und immer organisch zwischen luftiger Durchlässigkeit und zupackender Kraftentfaltung mit einer breiten Palette von Zwischentönen. Ein Genuss!

Michael Wersin, 22.10.2005



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