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Love … and Then

Lyambiko

Sony BMG 82876 775472
(56 Min.) 1 CD

Allmählich lockert die Berliner Sängerin Lyambiko das nette, aber auf die Dauer allzu enge Barjazz-Korsett, das sie sich vor vier Jahren erfolgreich anlegen ließ. Damals reüssierte die Tochter einer Thüringerin und eines Musikers aus Tansania mit der Aufnahme "Out of This Mood", die überraschend viel Gefallen bei deutschen Plattenkäufern und sogar bei US-amerikanischem Publikum fand. Lyambikos inzwischen vierte Einspielung unter der Begleitung des Pianisten Marque Lowenthal, des Kontrabassisten Robin Draganic und des Schlagzeugers Torsten Zwingenberger spannt nun einen größeren stilistischen Bogen und setzt verstärkt auf Eigenkompositionen. Und es gibt einige Aha-Erlebnisse. Im Stück "Tale of the Tuna" setzt die Sängerin ihre Stimme als reines Instrument ein, im Schlussvamp des bluesinspirierten "Shadow Walk" imitiert sie gekonnt eine grummelnde Posaune, die Bossa-Nummer "Lost Melody" versieht sie mit annehmbaren Scats. Die 30-Jährige traut sich mehr; gleichwohl ist sie immer noch keine extrovertierte Röhre. Recht so. Wer "Somewhere Over the Rainbow" so psychedelisch-verhangen, so unlarmoyant und so cool interpretieren kann, wie es Lyambiko am Ende von "Love … and Then" tut, hat übertriebene Stimmband-Muskelspiele gar nicht nötig.

Josef Engels, 18.02.2006



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