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Satie

Jacques Loussier-Trio

Telarc/In-Akustik 83431
(51 Min., 10/1997) 1 CD

Nach Bach und Vivaldi hat sich der französische Pianist mit seinem Trio nun dem französischen Kultkomponisten der Jahrhundertwende, Erik Satie, zugewandt - genauer dessen populären Klavierstücken “Gymnopédies” und “Gnossiennes”.
An Jacques Loussiers Bachbearbeitungen schieden sich schon immer die Geister. Vielen war der Jazz-Swing aufgesetzte Garnierung, medienschicke Koketterie, zulässig vielleicht im Musikunterricht, um vermeintlich klassikmüde Schüler zu ködern. Wer mit der Musik Erik Saties nicht vertraut ist, den wird eine ähnliche Disparität nicht schmerzen. Aus der Musik Bill Evans’, Keith Jarretts und George Winstons kennt dieser Hörer verwandte Klänge. Er wird Jacques Loussiers Musik als besonders duftigen und europäisch nuancierten Triojazz wahrnehmen, der vielleicht geschmäcklerisch wirken mag.
Wer die Klaviermusik Saties allerdings als streng getragene, spröde meditative tonale Zeitfortschreitungen lieben gelernt hat, mag verstört das Wesen dieser Musik verraten wähnen. Wandte sich Satie nicht einst gegen hypertrophe Formen? Dabei dürfte Blue-Note-Chromatik auch nicht ganz seinen Geschmack getroffen haben. Trotzdem, hübsch anzuhören bleibt diese CD.

Thomas Fitterling, 28.02.1998



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