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Max Reger

Klarinettenquintett, Streichsextett

Sabine Mayer, Wiener Streichsextett

EMI 7243 5 55602 2 3
(69 Min., 1/1995) 1 CD

Als das musikalische Vermächtnis Max Regers gilt das Klarinettenquintett op. 146, seine letzte vollendete Komposition. Da es in einer schwierigen Zeit geschrieben wurde - mitten im Ersten Weltkrieg und in einer für Reger kritischen Schaffensperiode -, überrascht die lyrische Introvertiertheit und melancholische Stimmung der Komposition nicht. Ohne dramatische Effekte, ja fast mit Ehrfurcht spielen hier Mitglieder des Wiener Streichsextetts und die Klarinettistin Sabine Mayer. Die fünf Instrumental-Stimmen bewegen sich mit Flexibilität, sie entwickeln sich gemeinsam in Dynamik und Phrasierung und doch unabhängig von einander. Es herrscht Klarheit und nüchterne Stimmung, die die kontrapunktische Vielschichtigkeit des Werks widerspiegeln.
In voller Besetzung agieren die Wiener beim Sextett op. 118. Nicht ohne Grund wurde dieses Werk als "verkappte Sinfonie" bezeichnet, denn Reger "simuliert" hier die Struktur und Schreibweise einer großen Sinfonie. Kernstück des Werks ist das über elf Minuten lange "Largo". Im klaren, kühlen Spiel des Wiener Streichsextetts fehlt die emotionale Spannung, der Augenblick der Agonie, des Leidens und der Hoffnung, die die Bezeichnung "con grande espressione" und die meditative Stimmung der Komposition diktiert. Die schnelleren Sätze werden mit Schwung und agiler Phrasierung gespielt, die die Grenzen der üblichen kammermusikalischen Praktik überschreitet.

Kleopatra Sofroniou, 25.05.2000



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