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Steve Reich

Eight Lines, City Life, Violin Phase, New York Counterpoint

Peter Rundel, Brad Lubman, Ensemble Modern, Roland Diry, Jagdish Mistry

RCA / BMG 74321 66459-2
(65 Min., 1/1998, 6/1997, 4/2002, 5/2002) 1 CD

Sein Zauberwort heißt "Phasenverschiebung". Womit Steve Reich eine Art Allzweckschlüssel gefunden hat, der zu jedem Instrument und zu jeder Ensemble-Konstellation passt. Denn seit dreißig Jahren geht es Reich schlicht um neue harmonische, klangfarbliche Erlebniswelten, wenn er einfachste Melodien und Motiv-Partikel überlagert und rhythmisch asynchron ablaufen lässt. Ob nun in dem elfstimmigen Kanon "New York Counterpoint" für nur eine Klarinette. Oder in "City Life", einer Collage für Orchester und gesampelte Alltagsgeräusche. Zwei Werke, die Reichs Minimalismus genauso exemplarisch dokumentieren, wie seine Klassiker "Eight Lines" und "Violin Phase", die das ihm vom Ensemble Modern gewidmete CD-Porträt abrunden.
Doch auch wenn das Ensemble Modern die bisweilen mechanisch wirkende Prozesshaftigkeit des Reich´schen Vokabulars nicht unterschlägt, kann die Aufnahme gerade die Kluft aufreißen zwischen Reichs Spannungskräften und der inhaltsleeren Lust an der Repetition seines Kollegen Philip Glass. Besonders in der Großstadt-Phantasie "City Life" (1995), in der Reich Polizeisirenen, Auto-Gehupe und Straßenverkäufer-Geschrei zu einem kunstvoll pulsierenden Verwirrspiel macht. Dass sich vieles in diesen mehrstimmigen, auseinander laufenden Konstruktionen wiederholt, gehört zwar zum Schicksal aller Minimalisten. Aber als Einstieg in diesen Musik-Kosmos ist die Einspielung so geeignet, wie sie gleichermaßen seine Endlichkeit widerspiegelt.

Guido Fischer, 15.02.2003



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