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Peter Iljitsch Tschaikowski

Violinkonzert, Sérénade mélancholique, Valse-Scherzo, Souvenir d’un lieu

Julia Fischer, Russisches Nationalorchester, Yakov Kreizberg

PentaTone/Codaex PTC 5186 095
(68 Min., 4/2006) 1 CD

Besser als bei den Violinkonzerten von Mozart präsentieren sich Julia Fischer und der Dirigent Yakov Kreizberg auf romantischem Terrain: Während im Falle von Mozart schon der verstaubte Interpretationsstil für Irritationen sorgte, ist Julia Fischer bei Tschaikowski deutlich mehr zuhause; ihre technische Überlegenheit kommt hier vorteilhaft zur Geltung, und ihr persönlicher Gestaltungswille trifft im romantischen Repertoire auf ein passenderes Betätigungsfeld als in der Klassik. Sensibel spürt Fischer den Ausdrucksnuancen ihrer Kantilenen nach; zartes, einfühlsames, spannungsreiches Spiel besonders auch im unteren dynamischen Bereich machen gleich den ersten Satz des Violinkonzerts zum Genuss. Die weitgehende Zurückhaltung gegenüber allem möglichen Schnickschnack aus der pseudoromantischen Mottenkiste macht über weite Strecken den Blick frei über den Interpreten hinaus auf die Musik als solche (noch unprätentiöser und geradliniger als Fischer agiert im Mittelsatz des Konzerts streckenweise Vadim Repim). Eine Bereicherung des Programms sind die drei weiteren, teils kaum bekannten Stücke für Violine und Orchester; zauberhaft elegant und im Solopart höchst eloquent etwa das Bravourstück "Valse-Scherzo" op. 34.

Michael Wersin, 02.03.2007



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