Responsive image
Robert Schumann

Sinfonien, Manfred-Ouvertüre, Violinkonzert

Thomas Hampson, Rudolf Buchbinder, Philadelphia Orchestra, Wolfgang Sawallisch

UPC Code: 6 79211 20032 7 DDD
(205 Min., 11/2002, 1/2003, 2/2003) 3 CDs, die CD ist nicht im Fachhandel erhältlich, sondern nur über www.philorch.org

Wie klingt der Philadelphia-Sound in der neuen Konzerthalle des Orchesters, der Verizon-Hall im Kimmel-Center? Leider muss man sagen: dumpf. Die Bassfrequenzen lassen den Klang an vielen Stellen zu einem Breitbandsound verschwimmen. Es kommt hinzu, dass Sawallisch in Schumanns Musik (4 Sinfonien, Manfred Ouvertüre, Violinkonzert) ein durch und durch romantisches Klangideal anstrebt, den Klang dehnt, ein gefährliches Unternehmen, wenn die akustische Grundbalance nicht hundertprozentig stimmt. So wird aus dem CD-Projekt, das Sawallischs 10-jährige Amtszeit als Musikdirektor des Philadelphia Orchestra hätte krönen können, die Dokumentation eines Festivals für den zukünftigen Ehrendirigenten. Die allerdings zeichnet sich durch Vielseitigkeit aus:
Man begegnet Sawallisch nicht nur als einem Dirigenten, der sich dem Markenzeichen mit Weltruhm, dem Philadelphia Sound verpflichtet weiß, den seine Vorgänger wie Stokowski und Ormandy geprägt haben. Sawallisch tritt auch als Pianist auf. Mit fünf Kollegen, allen voran Rudolf Buchbinder, klingt Schumanns "Andante und Variationen" WoO 10 so, als läsen sie gemeinsam, weltvergessen und staunend, einen Roman aus dem 19. Jahrhundert. Die fünf Lieder von Clara Schumann (Hampson/Sawallisch) sind geprägt von der alten Schule des Legato-Gesanges. Nicht zuletzt wird auch der griechische Geiger Leonidas Kavakos getragen von Sawallischs Gespür für das Gesangliche als atmendem Puls der Musik, der den ganzen Menschen anspricht - Musiker wie Hörer.

Margarete Zander, 02.08.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top