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Giuseppe Verdi

Falstaff. Two Historic Performances: La Scala, Milan (1952, complete), Rome Opera (1941, major Fragments)

Mariano Stabile, Renata Tebaldi, Rosanna Carteri, Cesare Valletti, Mariano Stabile, Tito Gobbi, Ferruccio Tagliavini u.a., Tullio Serafin, Victor de Sabata

Musi & Arts/Note 1 CD-1104
(5/1952, 4/1941)

Zweimal Giuseppe Verdis überragendes Spätwerk Falstaff; zwei Interpretationen von einer Geschlossenheit, Stilsicherheit und Ausdrucksstärke, wie sie neuere Produktionen kaum noch erreichen. In beiden Fällen zelebriert Mariano Stabile die Titelpartie, 1941 naturgemäß noch deutlich frischer als 1952. Stabile gilt als Falstaff-Legende, wenn auch keineswegs unumstritten: Jürgen Kesting bemängelt die Dürftigkeit von Stabiles Stimmmaterial und wundert sich über dessen Weltruhm; der rührige, hochbetagte Alan Blyth erinnert sich dagegen in seinem fundierten Beiheft-Text zu dieser CD noch an ein außerordentlich beeindruckendes Live-Erlebnis mit Stabile als Falstaff. Freilich, auch Blyth betont vor allem die sprachliche Nuanciertheit und die Darstellungskraft Stabiles, wovon sich dem Hörer allerdings ein hohes Maß auch rein akustisch auf diesen CDs mitteilt. Dennoch sei der Hinweis gestattet: Wer einen stimmlich opulenteren Falstaff jener Tage in ähnlich kompetentem Umfeld erleben will, der halte sich an den jungen Giuseppe Taddei in der RAI-Aufnahme von 1949 (Warner Fonit oder Preiser).
Der Glanz der beiden vorliegenden Interpretationen beruht auch, wie gesagt, auf den Leistungen der anderen beteiligten Künstler. An erster Stelle seien die beiden Dirigenten genannt: Victor de Sabata (1952) und Tullio Serafin (1941) sind längst Legenden der Opern-Aufführungsgeschichte. Darüber hinaus sei auf einige Sänger verwiesen: 1952 hatte Stabile mit Renata Tebaldi eine spektakuläre Alice an seiner Seite, und Rosanna Carteri bezaubert als Nannetta ebenso wie Cesare Valletti als Fenton. 1941 gab es den jungen Tito Gobbi, später selbst für Jahrzehnte ein überragender Falstaff, als Ford zu erleben. Viele Gründe, diese rein klanglich natürlich eingeschränkten Aufnahmen anzuschaffen, zumal sie eine Weile nicht im Katalog waren; wer den Falstaff bisher nur in Einspielungen der letzten zwei bis drei Jahrzehnte kennt, sollte außer der genannten Aufnahme mit Giuseppe Taddei unbedingt auch diese beiden hören.

Michael Wersin, 08.03.2003



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