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Hector Berlioz

Konzert-Ouvertüren

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Sylvain Cambreling

Hänssler/Naxos 93 201
(72 Min., 2/2000 bis 5/2007) 1 CD

Wenn jede Komposition von Hector Berlioz etwas Autobiografisches beinhaltet, sind seine Konzert-Ouvertüren genau der richtige Einstieg in ein heftiges Künstlerleben. Gleich sein Opus 1 ist Edward Waverley gewidmet, diesem von Walter Scott in seinem gleichnamigen Roman verewigten Freiheitskämpfer. Und in Anlehnung an James Fanimore Coopers "The Red Rover" begegnet man in "Le Corsaire" op. 21 genauso einem Rebellen wie in der "Rob Roy"-Ouvertüre. Mit all diesen Einzelgängern sympathisierte Berlioz, weil sie sich wie er trotz heftigen Gegenwindes nicht von ihrem Weg abbringen ließen. Sechs solcher Ouvertürenkapitel hat Sylvain Cambreling im Laufe von sieben Jahren mit SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg eingespielt. Und wenngleich sie allesamt, von "Les franc-juges" über "Le Roi Lear" bis zu "Le carnaval romain" längst zu den Greatest Hits im konventionellen Sinfoniekonzertbetrieb gehören, will einfach ihre aus theatralischer Wucht und unendlichen Farbkonstellationen gespeiste Wirkung nicht abnehmen.
Und besonders gilt das eben jetzt für die ansteckende und bestechende Gangart Cambrelings, der sich hier einmal mehr als wahres Opernbühnentier präsentiert. Mit einem Höchstmaß an Konzentration sorgt er für klangtechnische Akkuratesse, zeigen sich allein die Blechbläser mit ihrer unmittelbar zupackenden Transparenz wie frisch geputzt. Und wie glänzend sind in "Rob Roy" die Streichergruppen aufeinander abgestimmt, um bestmögliche Espressivo-Intensität zu erreichen. Schließlich geht es nicht um spieltechnische Leistungsnachweise, sondern um ein pralles Musikerleben, das sinnfällig gemacht werden will. Was hiermit schlichtweg brillant gelungen ist.

Guido Fischer, 09.11.2007



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