Schade, dass es keine Gesamtaufnahme ist! So manche Rheingold-Produktion könnte sich eine Scheibe abschneiden von diesem 1959 in Berlin entstandenen Querschnitt: Rudolf Kempe führt die Staatskapelle Berlin zu großer Plastizität und Transparenz im Rheingold-Gewoge. Die Sängerbesetzung erweist sich durchweg als "erste Sahne": Benno Kusche bietet als garstiger Alberich ein kerniges, aber höchst bewegliches Material von großer darstellerischer Durchlässigkeit; um ihn herum wuseln mit Lisa Otto, Melitta Muszely und Sieglinde Wagner drei höchst liebliche Rheintöchter, die sich nicht angestrengt durch ihre Partien hindurchknödeln, sondern hervorragend lebendigen, überschäumenden und nicht zuletzt gut intonierten Ensemblegesang präsentieren. Rut Siewert gestaltet die Erda mit kraftvoll-offener Stimmgebung ohne das häufig zu hörende Gewaber, und Ferdinand Frantz steht mit prächtigem Bassbariton prägnant seinen Mann als Wotan. Beim "Einzug der Götter in Walhall" kommen u. a. noch Helmut Melchert als Loge und vor allem der brillante Josef Metternich als Donner kurz zu Wort; kurzum: Ein wertvolles Dokument aus einer großen Zeit des Wagner-Gesangs

Michael Wersin, 15.11.2003



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