Responsive image
William Walton, Sally Beamish, Benjamin Britten

British Viola Concertos

Tatjana Masurenko, NDR Radiophilharmonie Hannover, Garry Walker

Coviello Classics/Note 1 COV 30507
(142 Min., 4/2005)

Die Bratsche, ewiges Opfer eines endlosen Repertoires von Musikerwitzen, von ihrer besten Seite: Wer könnte William Waltons faszinierend schönem Violakonzert widerstehen, zumal wenn es mit so viel zartfühlender Feinnervigkeit interpretiert wird wie von Tatjana Masurenko auf dieser CD? Freilich muss man sich entschließen, die spätromantischen Schönheiten dieser Musik zu genießen, auch wenn sie erst 1928/29 komponiert wurde (gerade so mancher wissende Hörer soll ja damit Probleme haben) - und immer bedenken: Der Viola-Virtuose Lionel Tertis lehnte die Uraufführung ab, weil das Werk zu modern sei; Paul Hindemith sprang ein und verhalf dem jungen Walton zu frühem Ruhm. Wer dennoch nach (maßvoll) moderneren Klängen dürstet, findet solche in Sally Beamishs "Concerto No. 1 for Viola and Orchestra" von 1995/98, das den Verrat des Petrus an Jesus zum Programm hat und die bedrückende Geschichte quälend plastisch zum musikalischen Erlebnis macht. Weit mehr als nur ein Ausklang ist schließlich das letzte Stück dieser CD, Benjamin Brittens "Lachrymae", eine Variationenfolge über John Dowlands Lied "If My Complaints Could Passions Move", in der das Thema bis kurz vor Schluss nur stückweise in Erscheinung tritt. Nicht nur Masurenko, sondern auch die hervorragend disponierte NDR Radiophilharmonie unter Garry Walker versteht es hier, den Hörer durch atemberaubend schöne und eindringliche Klangfarben vollends in den Bann zu ziehen. Diese Einspielung ist ein Erlebnis.

Michael Wersin, 11.08.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beethovens Bruder: Der Franzose George Onslow gehört zu jenen Musikern, die einst weit über die Ländergrenzen hinweg berühmt waren und noch zu Lebzeiten miterleben mussten, wie ihre Musik vom Lauf der Geschichte überholt wurde. Dabei erwarb sich Onslow vor allem mit seiner Kammermusik in Deutschland so viele Freunde, dass Mendelssohn ihm bei seinem Besuch 1846 in Aachen ein Ehrenkonzert widmete. Onslows Leben ist ein Spiegelbild seiner unruhigen Zeit. Als Sohn eines aus England nach Paris […] mehr »


Top