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Johann Wilhelm Wilms, Joseph Schmitt, Carolus Antonius Fodor

Klavierkonzert E-Dur op. 3, Klavierquartett C-Dur op. 9 Nr. 1, Klavierkonzert g-Moll op. 12

Arthur Schoonderwoerd, Ensemble Cristofori

Cristofori
(66 Min., 9/2002) 1 CD

Klavierkonzerte aus der Provinz Holland, entstanden zu einer Zeit, als Mozarts exemplarisches Wirken auf diesem Gebiet zwangsläufig schon zum Abschluss gekommen war: 1798 bzw. 1802 entstanden die hier vorgestellten Werke von Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) und Carolus Antonius Fodor (1768-1846). Beide Komponisten konnten die klassische Konzertform freilich nicht mit ähnlich bedeutender musikalischer Substanz füllen wie in den Jahrzehnten zuvor der große Salzburger Kollege, und so ist neben dem kurzweilig unterhaltenden wohl vor allem auch der musikhistorische Wert dieser Einspielung hervorzuheben. Arthur Schoonderwoerd nutzt die im Blick auf die Geschichte des Klavierbaus ereignisreiche Entstehungszeit der beiden Stücke, um zwei technisch und klanglich ganz unterschiedliche Instrumente vorzustellen: Für das Werk von Wilms fand ein Instrument mit Tangentenmechanik Verwendung, dessen Tonproduktion noch derjenigen des Cembalos nahe steht, während für Fodors Concerto ein Hammerflügel zum Einsatz kam, dessen Leder bezogene Hämmer einen weniger spitzen und silbrigen, dafür aber flexibleren, größere gestalterische Möglichkeiten bietenden Ton erzeugten.
Zwischen den beiden Klavierkonzerten präsentiert Schoonderwoerd mit drei Musikern des Ensemble Cristofori ein Quartett für Pianoforte, Traversflöte, Violine und Violoncello von Joseph Schmitt (1734-1791), das mit seiner zarten, delikaten Klanglichkeit einen dezenten Kontrast zu den beiden Rahmenstücken des Programms bildet. Auch in diesem Stück überwiegen indes eher unproblematische musikalische Gestalten und Verläufe, sodass der Hörer der CD sich nun vollends damit abfinden muss, von Kleinmeistern im besten Sinne gepflegt unterhalten zu werden - nun, warum auch nicht? Bahnbrechende Ereignisse sollte er trotz tadellosen Agierens der Interpreten allerdings in dieser Aufnahme nicht erwarten.

Michael Wersin, 17.07.2004



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