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Heinrich Ignaz Franz Biber

Mysterien Sonaten

Les Veilleurs de Nuit

Alpha/Note 1 038
(119 Min., 6/2002)

Bibers "Mysterien Sonaten" zu den fünfzehn Geheimnissen des Rosenkranzes werden wohl tatsächlich immer ein Mysterium bleiben, denn über ihre Bestimmung ist ebenso wenig bekannt wie weitgehend auch über ihre musikalisch-theologischen Bezüge. Zu letzteren gehört möglicherweise auch die von Stück zu Stück jeweils verschiedene Stimmung der Geigensaiten: Zwar war diese so genannte "Scordatura" an sich nichts Außergewöhnliches, aber in dieser exzessiven Form des permanenten Wechsels verwundert sie doch; sie fördert außerdem den Eigen-Charakter eines jeden Stückes, verändert sie doch stets den Klang des Instruments.
Dem Geiger verlangt diese Continuo-begleitete Musik Höchstleistungen ab, denn Biber erprobt in punkto Virtuosität so manche Raffinesse. Alice Piérot beherrscht ihre Barockvioline mit der erforderlichen technischen Perfektion, um die Sonaten wirklich zum Erlebnis machen zu können. Gemeinsam mit ihrer ausdrucksstark und sehr aufmerksam begleitenden Continuo-Gruppe nutzt sie die teils sehr weiten Interpretationsspielräume zu einer wahrhaft bewegenden Realisation dieser faszinierenden Musik, die neben den "klassischen" Versionen eines Reinhard Goebel oder Gunar Letzbor müheos bestehen kann.

Michael Wersin, 20.12.2003



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