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Camille Saint-Saëns

Messe de Requiem, Partsongs

Chor des Schweizer Rundfunks, Orchester der italienischen Schweiz, Diego Fasolis

Chandos/Codaex CHAN 10214
(73 Min., 2/2001, 4/2001) 1 CD

Das Requiem von Camille Saint-Saëns, entstanden im Jahre 1878, gehört in die Reihe jener französischen Totenmessen in "spätromantischer" Stilistik, aus der die einige Jahrzehnte später entstandenen Vertonungen von Gabriel Fauré und Maurice Duruflé breiteste Popularität erlangt haben; Saint-Saëns’ musikalisch kaum weniger ansprechendes, höchst atmosphärisches Requiem hingegen blieb - zu Unrecht - weitgehend unbekannt: Der CD-Katalog verzeichnet zurzeit nur zwei andere Aufnahmen, eine davon unter Jacques Mercier (BMG). Auf letztere wird der interessierte Hörer auch in Zukunft zumindest ergänzend zurückgreifen müssen, denn die mehr als solide Leistung des Coro della Radio Svizzera Italiana wird konterkariert durch ein recht uneinheitliches Solistenquartett, aus dem vor allem der sandig-rau timbrierte Tenor durch allzu opernhaftes Gebaren hervorsticht. Dies stört nicht nur in den explizit solistischen Abschnitten des Werks, sondern bringt auch jene Passagen tendenziell aus dem Gleichgewicht, in denen Saint-Saëns Chor und Solistenquartett wirkungsvoll in quasi doppelchörigen Dialog miteinander bringt.
Gut, dass der Chor im weiteren Verlauf der CD nochmals ausführlich zur Geltung kommt und sich dabei qualitativ ins Mittelfeld des breiten Spektrums der europäischen Berufschöre einzuordnen vermag: Die selten zu hörenden weltlichen Chorstücke von Saint-Saëns - keine übermäßig aufregenden Werke übrigens, die vom Komponisten eher dem Niveau von Laienchorgemeinschaften angepasst wurden - gelingen dem Ensemble, abgesehen von der nicht ganz lupenreinen Intonation, recht geschmackvoll und charmant.

Michael Wersin, 02.10.2004



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