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Arnold Schönberg

Concerto für Streichquartett und Orchester, Klavier-Suite op. 25, Das Buch der hängenden Gärten op. 15 u.a.

Twentieth Century Classics Ensemble, Fred Sherry String Quartet u.a., Robert Craft

Naxos 8.55 7520
(80 Min., 7/1949, 2000 - 2002)

"Ich verabscheue es, ein Revolutionär genannt zu werden, denn ich bin es nicht." Obwohl Arnold Schönberg 1937 klipp und klar seinem Ruf widersprach, rümpft die breite Öffentlichkeit bis heute immer noch bei seinem Namen die Nase. Dabei sind auch gerade Schönbergs strengste Zwölfton-Kompositionen keine abstrakt-freitonalen Kombinationen, sondern leben von einer prismatisch glutvollen, schmerzlich-intimen Klangsprache, die ihre Wurzeln nicht nur in der Spätromantik hat. Wenn Schönberg nach seinen spektakulären Klavierstücken selbst einem Georg Friedrich Händel nicht aus dem Weg ging, dann unterstreicht das nur seine unbedingte Treue zur Tradition. All diese Facetten hat nun der Dirigent Robert Craft berücksichtigt, um das mit bestmöglicher Kompetenz eingespielte Schönberg-Porträt nicht nur für Schönberg-Neulinge lohnenswert zu machen.
Von dem abgedunkelten Liederzyklus "Das Buch der hängenden Gärten", der vom 19. Jahrhundert und dem aufgezogenen Expressionismus gleichermaßen imprägniert ist, lässt Craft den Bogen schlagen hin zu der Klaviersuite op. 25, dieser fünfsätzigen Versöhnung von Barock-Mustern mit der Zwölftonreihe. Mit der Bearbeitung des Händel-Concerto-Grosso op. 6 Nr. 7 für Streichquartett und Orchester gelang Schönberg 1934 aber ein ganz besonders ausgefallener Blick zurück in die Gegenwart. Was glatt als neo-klassizistischer Fingerabdruck Igor Strawinskys durchgehen könnte, ist bei Schönberg ein scharfkantiges, rhythmisch aufgewecktes Neuarrangement - das im "Hornpipe"-Finale selbst vor Zucker-Dosierungen Strauss'scher Machart nicht zurückschreckt. Abgerundet werden diese bekannten und etwas anderen Schönberg-Sternstunden von einem kurzen Radio-Interview, das Schönberg 1949 einem amerikanischen Sender anlässlich seines 75. Geburtstages gab. Und in dem dieser konservative Revolutionär wider Willen sich noch einmal in aller Deutlichkeit zu seinen Lehrmeistern bekannte - zu Bach und Mozart, zu Beethoven und Brahms.

Guido Fischer, 11.06.2005



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