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Dmitri Schostakowitsch, Sergei Prokofjew, Benjamin Britten

Sonaten für Cello und Piano

Pieter Wispelwey, Dejan Lazić

Channel Classics/helikon harmonia mundi CCS SA 20003
(9/2002) 1 CD

Welch ein begnadeter Cellist! Welch ein vollkommenes Zusammenspiel! Welch eine grandiose Vermittlung dieser nicht ganz leicht zu verdauenden Cellosonaten aus dem 20. Jahrhundert! Nur Superlative fallen einem ein zur neusten CD des Niederländers Pieter Wispelwey, der auch in der Vergangenheit schon als Solist und als Kammermusikpartner hellauf zu begeistern verstand. Diesmal hat er sich Sonaten für Cello und Klavier aus dem 20. Jahrhunderts vorgenommen, und was seine im Beiheft abgedruckten eigenwilligen Assoziationen zu jedem der drei Stücke vermuten lassen, bestätigt sich beim Hören: Er vermag jedem der drei Stücke ein ganz eigenes, prägnantes Gesicht zu verleihen. Mit vollem, romantischem Ton brilliert er in Prokofjews opulentem Stück, das in ihm das Bild eines Rolls Royce auf dem russischen Land erweckt. Getriebener, spröder und aggressiver agiert er in Schostakowitschs früher Sonate in d-Moll op. 40; etwas kühler und glatter, dabei aber immer zum dramatischen Ausbrechen bereit, geht er Brittens fünfsätzige Sonate in C-Dur op. 65 an. Mit dem brillanten Pianisten Dejan Lazić entsteht in allen drei Fällen ein äußerst intensives Miteinander; die Interpretation ist bis ins Detail durchdacht, ohne jedoch jemals an spontaner Frische zu verlieren: Es handelt sich um ein Nachschöpfen im besten Sinne, bei dem die jeweilige Intention des Komponisten dem Hörer in unmittelbar einleuchtender Weise zu Gehör gebracht wird.

Michael Wersin, 23.08.2003



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