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Dmitri Schostakowitsch

Klaviertrios Nr. 1 u. 2, Cello-Sonate op. 40

Rachmaninow Trio Moskau

Tudor/Naxos 7138
(65 Min., 8/2005) 1 CD

Von wegen: russische Seele. Beim Schostakowitsch-Rezital des aus Moskau stammenden Rachmaninow Trios stehen Pathos und Wehmut im richtigen Verhältnis zur Diesseitigkeit, wird nirgendwo tränendrüsig dick aufgetragen, sondern lieber schon einmal der messerscharf geschliffene Bogen ausgepackt. Natalia Savinova (Violoncello), Mikhail Tsinman (Violine) und Victor Yampolsky (Klavier) bilden aber eben keine Musikergemeinschaft, die sich vom Effekt leiten lässt und damit gerade Schostakowitschs zweitem Klaviertrio erheblichen Schaden an der Gesamtanlage anrichten würde. Das Trio muss Schostakowitsch keine Leidensmiene aufsetzen, um zu beweisen, dass besonders das Jahr 1944 für ihn nicht unbedingt eines seiner glücklichsten gewesen ist. Lieber lässt man Taten folgen und damit die Partitur sprechen. Gleich die schauerlich dünnatmigen Flageoletts des Cello, mit denen dieses Klaviertrio eröffnet wird, sind in ihrer semantischen Aufgeladenheit so eindeutig und so filigran gestaltet, dass einem Trauerzug nichts anderes übrig bleibt als sich in Bewegung zu setzen. So trotzig er sich zum Schluss des Satzes aufstellt, so steckt im "Allegro ma non troppo" ein mitreißendes Selbstbewusstsein in ihm - obwohl das Rachmaninow Trio auch hier nicht burlesker sein will, als man es branchenüblicherweise mit markiger Überdrehtheit Schostakowitsch anzuheften versucht.
Auch bei seinem Klaviertrio-Erstling op. 8, das er als 18-Jähriger schrieb, ist das Romanzenhafte und Semi-Schwärmerische von einer ernsten Ausdruckshaftigkeit geprägt, kommen die Streicher ohne schlingernde Vibratozusätze aus. Bei der Cellosonate von 1934 liefert schließlich Natalia Savinova dank ihrer Sanglichkeit und ihres lodernden, aber nie überhitzten Temperaments eine erstklassige Visitenkarte ab - stellvertretend für dieses in technischer und musikalischer Hinsicht tadellose Ensemble.

Guido Fischer, 03.11.2006



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