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Diverse

Die Orgeln von Zacharias Hildebrandt I

Felix Friedrich

Querstand/Codaex VKJK 0502
(65 Min., 2001 - 2005) 1 CD

Untrennbar sind Bachs Orgelwerke seit ihrer Entstehungszeit mit der Eleganz und prächtigen Klangfülle der Instrumente Gottfried Silbermanns verbunden. Dass Bach auch andere lokale Orgelbauer schätzte und mit ihnen bei der Konzeption neuer Instrumente zusammenarbeitete , ist dagegen weit weniger bekannt. Selbst der Name des bedeutendsten Silbermann-Schülers und Konkurrenten, des 1688 geborenen Zacharias Hildebrandt, ist nur Fachleuten geläufig. Umso interessanter ist die sehr liebevoll aufgemachte Edition, mit der das kleine Label Querstand nun die erhaltenen Instrumente Hildebrandts vorstellt. Denn schon die erste Folge, die sechs der 13 erhaltenen Hildebrandt-Orgeln präsentiert, zeigt, dass der Schüler nach seiner Meisterprüfung mit der noch sehr dem Silbermann-Klangideal verpflichteten Orgel von St. Nicolai in Langhennersdorf langsam einen eigenen Stil entwickelte: Die großen Orgeln von St. Jacobi in Sangerhausen und vor allem St. Wenzel in Naumburg haben nicht den kernig-eleganten Silbermann-Ton, sondern wirken statt dessen in ihrer breiteren Tongebung rustikaler – keine Hof-, sondern Bürgerorgeln. Die enge Beziehung Bachs zu Hildebrandt bestimmt auch das Programm der CD: Werke über die Notenfolge B-A-C-H von Bach und seinem Schülerkreis hat der sächsische Organist Felix Friedrich zusammengestellt, kleine Fugen der Bach-Söhne und -Schüler, deren verspielter Rohrflöten-Reiz gut zu den kleineren Orgeln von Störmthal und Langhennersdorf passt, Großformatiges für die Instrumente in Sangerhausen und Naumburg. Eine Aufnahme, die ein interessantes Kapitel des deutschen Orgelbaus in vorbildlicher Anschaulichkeit aufbereitet.

Jörg Königsdorf, 21.12.2007



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