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Richard Strauss

Vier letzte Lieder, Ausschnitte aus "Arabella", "Ariadne auf Naxos", "Capriccio"

Lisa della Casa, Wiener Philharmoniker, Karl Böhm, Rudolf Moralt, Heinrich Hollreiser

Decca 567 118-2
(66 Min., 1953, 1954) 1 CD, http://service.bfast.com/bfast/click?bfmid=1821097&siteid=24807761&bfpid=0028946711828&bfmtype=C&PrdId=1000001001438121

Auf der Suche nach einer wirklich überzeugenden Aufnahme der "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss, jenem herrlichen Schwanengesang des "Letzten der Spätromantiker", musste man schon immer zu älteren Produktionen greifen: Gewöhnlich wird die schöne, 1974 entstandene Einspielung von Gundula Janowitz unter Herbert von Karajan gelobt und empfohlen. Allerdings vertritt sie interpretationsgeschichtlich die Tradition der ehrfürchtig-getragenen Versionen dieser Lieder, die möglicherweise der Tatsache Rechnung tragen wollen, dass es sich um Strauss' letzte Werke handelt, aber im Widerspruch zu den raschen Tempoangaben in der Partitur stehen.
Diese Aufnahmen vom Juni 1953 beweist, dass man sich an die Tempovorstellungen des Komponisten halten kann, ohne über die zauberhaften Stücke hinwegzuhuschen. Lisa della Casa fesselt den Hörer durch die Leichtigkeit und die berückende Schönheit ihrer Stimme. Es ist atemberaubend, wie sie sich am Beginn von "Frühling" aus der Tiefe in sphärischen Höhen aufschwingt, um dort lange Zeit fast schwerelos zu verweilen. Nicht weniger bewegend ist die Passage "Und die Seele, unbewacht, will in freien Flügeln schweben" nach dem Violinsolo in "Beim Schlafengehen".
Solche vokalen Leistungen sind schwerlich zu übertreffen. Da fällt es nicht ins Gewicht, dass die ebenfalls enthaltenen Opernausschnitte nicht dieses Niveau haben. Allein die Interpretation der "Vier letzten Lieder" macht diese CD zum Muss für jeden Strauss-Verehrer.

Michael Wersin, 09.11.2000



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