Fellowship

Brian Blade


Blue Note/EMI 8 59417 2
(61 Min.) 1 CD

Brian Blade ist ein außergewöhnlicher Schlagzeuger. Nicht etwa, weil er über eine phänomenale Technik verfügt - gewiß, er gehört zu den ganz versierten Technikern der jungen Generation -, sondern vielmehr, weil er in allererster Linie ein dienender Musiker und Bandleader ist.
Nach seinen größten Einflüssen gefragt, nennt er neben seiner Jugenderfahrung als Schlagzeuger in der Kirche seines Vaters in Louisiana die Sängerin Joni Mitchell und den Sänger Neil Young. Heute ist er nicht nur ein gefragter Sideman von Joshua Redman oder McCoy Tyner, sondern ebenso von Bob Dylan oder Daniel Lanois.
Mit seiner eigenen Band, die aus Jon Cowherd (p), Melvin Butler und Myron Walden (sax), Dave Easley (g) und Christopher Thomas (b) besteht, zeigt er sich allerdings eher dem modernen Hauptstrom verpflichtet. Für “Fellowship” hat er alle Songs selber geschrieben, und die sind reich an melodischer Raffinesse; die Band als Ganzes steht im Vordergrund, Schlagzeugsoli kommen kaum vor.
Die Stücke repräsentieren Stimmungsbilder, die von Brian Blades Erfahrungen geprägt sind. Auch wenn sich beim Zuhörer andere Bilder einstellen mögen, so vermittelt sich doch darin das Gefühl der einfühlsamen Hingabe, die diese Musik prägt - auch wenn noch nicht alle Solisten zu einem unverwechselbaren Individualstil gefunden haben.

Thomas Fitterling, 31.03.1998


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.



« zurück

CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Die Trompete, seit alters her das Insignum herrscherlicher Macht, darf am Ostertag nicht fehlen, wenn es gilt, die Auferstehung und den Triumph Christi über den Tod zu feiern. Der böhmische Violinist Heinrich Ignaz Franz Biber machte, nachdem er seinem ersten Dienstherren, dem Bischof von Olmütz ausgebüchst war, eine glänzende Karriere am Hof des Salzburger Erzbischofs Max Gandolf von Kuenburg. Die Salzburger Erzbischöfe verstanden seit jeher sehr gut, die prachtvolle Lobpreisung der Majestät Christi zugleich etwas unscharf auf die eigene Selbstdarstellung abzuzweigen. Aus dem Jahr 1674 stammt Bibers 22-stimmige Missa "Christi resurgentis" zur Feier des Osterfestes, die diesem Auftrag bestens gehorcht. Andrew Manze und The English Concert ergänzen auf dieser Aufnahme von 2005 die lichtdurchflutete Messkomposition mit schwungvollen Kammersonaten Bibers aus der Sammlung "Fidicinium Sacro-profanum". Wir wünschen Frohe Ostern!